Bei Wacker raucht es – aber nur zur Übung

Jahreshauptübung der Wacker-Werkfeuerwehr – Wehren üben gute Zusammenarbeit mit anderen Einsatzkräften

Burghausen. Es rauchte am Mittwochabend im Wacker-Werk und die Sirenen alarmierten die Feuerwehr – aber alles nur zu Übungszwecken: Einmal im Jahr probt die Wacker-Werkfeuerwehr gemeinsam mit internen und externen Einsatzkräften den Ernstfall. Bei der Jahreshauptübung gilt es, die Zusammenarbeit aller Gefahrenabwehr- und Rettungskräfte sowie die reibungslose Kooperation mit den Behörden zu trainieren sowie die Melde- und Alarmierungswege und die Gefahrenabwehrpläne zu überprüfen.

In diesem Jahr erfolgte die Alarmierung am 10. April gegen 17:45 Uhr. Ein umfangreiches dreiteiliges Notfallszenario wurde geprobt. Die Wacker-Werkfeuerwehr und zahlreiche externe Hilfskräfte sahen sich zum Teil gleichzeitig mit einem schweren Unfall, Brandszenarien und einem größeren Stoffaustritt konfrontiert. Auch die Information der Bürger über das Wacker-Bürgertelefon wurde geprobt.

Bei einem schweren Verkehrsunfall auf einer Kreuzung im Werkgelände mit zahlreichen Verletzten stand die Rettung eingeklemmter Personen aus den schwer beschädigten Fahrzeugen im Fokus. Hier kam es auf das reibungslose Zusammenspiel zwischen dem werkeigenen Gesundheitsdienst und den Rettungskräften des BRK Burghausen an.

Fast zeitgleich brach, in einem zweiten Szenario, ein Brand in einem mit Rückständen aus der chemischen Produktion beladenen Tankwagen aus, der schließlich eine umfangreiche Stofffreisetzung mit Gaswolkenbildung auslöste. Die Werkfeuerwehr löschte mit Unterstützung der alarmierten externen Feuerwehren den Brand und bekämpfte die
Stofffreisetzung. Dabei kam auch der neue Wacker-Messbus im Bereich Haiming zum Einsatz, um die Konzentration der Stofffreisetzung zu messen.

Nur wenig später wurden die Feuerwehrmänner und -frauen zu einem dritten Einsatzort gerufen. Hier geriet bei Dacharbeiten ein Gebäudekomplex in Brand – schwarze Rauchwolken waren weithin sichtbar. Mehreren Mitarbeitern war der Fluchtweg aus dem dritten Stock abgeschnitten. Mit Drehleitern konnten die eingeschlossenen Personen aus den Büros gerettet werden. Die alarmierten Hilfskräfte bekämpften währenddessen den Brand mit Hilfe spezieller Löschfahrzeuge.

Im diesjährigen Alarmierungskonzept der Integrierten Leitstelle Traunstein wurde die höchste Alarmierungsstufe 3 geprobt. Aufgrund des aufwendigen und personalintensiven Alarmszenarios waren neben der Burghauser Feuerwehr auch die Hilfskräfte anderer freiwilliger Feuerwehren aus dem Umkreis (Burgkirchen, Garching, Altötting, Mehring, Piesing, Raitenhaslach) sowie die Werkfeuerwehr des Chemieparks Gendorf beteiligt. Rund 200 Aktive und Beobachter, darunter auch Einsatzkräfte der Polizei und des Bayerischen Roten Kreuzes, arbeiteten bei dieser Übung zusammen.

Werkleiter Dr. Dieter Gilles zeigte sich mit dem Ablauf der diesjährigen Großübung sehr zufrieden : „Im Falle eines Einsatzes hier am Standort bildet sich jedes Mal ein neues Team mit einer unbekannten Gefahrensituation. Trotzdem müssen die Abläufe des Notfallmanagements jedes Mal von Anfang an reibungslos funktionieren. Deshalb sind unsere Großübungen seit vielen Jahren fester und wichtiger Bestandteil des Sicherheitskonzepts am Standort Burghausen“.

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

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