Bei Hochwasser: Schleusen auf am Wacker-Stauwehr in Hirten

Wasserstand muss konstant gehalten werden – Interview mit Sprecher der Wacker-Chemie

Hirten. Im Alztal gibt es eine regelmäßig wiederkehrende Diskussion zu dem Thema, was die Wacker-Alzwerke im Hochwasserfall an ihrer Wehranlage tun können zur Entlastung Hirtens. Auch bei den Bürgerversammlungen der Gemeinde Burgkirchen stellen Hirtner immer wieder in diese Richtung zielende Fragen. Deswegen bat der Anzeiger den Pressesprecher der Wacker Chemie AG, Stephan Haas, um ein klärendes Gespräch.

Kann das Stauwehr als Regulierungsinstrument dienen bei Hochwasser? Indem die Alzwerke die Schleuse weiter öffnen und mehr Wasser abfließen lassen zum Schutz von Hirten? Oder vielleicht sogar den Stausee als Pufferspeicher nutzen und Alzfluten zurückhalten zum Schutz von Gendorf? Gibt es dazu Überlegungen zusammen mit Behörden?

„Im Hochwasserfall werden die Schleusen geöffnet, um den Pegel vor der Wehranlage konstant zu halten und damit auch den behördlich festgelegten Wasserstand nicht zu überschreiten. Es ist von größter Wichtigkeit, dass die Funktionstüchtigkeit der Wehranlage auch unter diesen besonderen Belastungen gegeben bleibt. Die Alzwerke treffen dazu alle erforderlichen Anstrengungen. Die Anlage ist so ausgelegt, dass sie auch im Falle eines hundertjährlichen Hochwassers die Alzwassermenge sicher ableiten kann. Eine Pufferfunktion kann die Wehranlage allerdings nicht erfüllen.

Die Wehranlage besteht in dieser baulichen Form seit 1922. Der Staupegel wurde nicht verändert und ist seit behördlichem Bescheid in den Fünfzigerjahren auf den Wert von 419 Meter über Normalnull (m ü. NN) ausgelegt. Mit Blick auf den Grundwasserstand liegen uns keine Erkenntnisse vor, dass ein Absenken des Pegelstands am Wehr spürbare Veränderungen brächte.“

Weil Bürger in der Vergangenheit immer wieder eine Öffnung der Schleuse der Alzwerke im Hirtner Wehr bei Hochwasser gefordert hatten, wollte die Gemeinde im Jahr 2017 zusammen mit den Alzwerken und dem Landratsamt testen, was eine Öffnung der Schleuse bei Hochwasser hinsichtlich des Grundwassers auslöst. Gibt es dazu Ergebnisse?

„Zu den von Ihnen genannten Tests zu einer Schleusenöffnung bei Hochwasser wurden die Alzwerke bisher nicht angesprochen. Die Schleusen werden im Hochwasserfalle ohnehin geöffnet, um den mit den Behörden gemäß Bescheid festgelegten Pegelstand von maximal 419 Meter Meereshöhe halten zu können. Dies entspricht 3,60 Meter Wasserstand unmittelbar vor den Wehrschützen und zur sogenannten Stauzone hin abnehmend.“

Welchen Einfluss hat das Ausbaggern des Flussbetts?

„Die Alzwerke sind für das Umlagern des Kieses im Staubereich verantwortlich. Dieses Umlagern wird aber genau nach Vorgabe und in enger Absprache mit dem Wasserwirtschaftsamt durchgeführt. Dieser Vorgang findet regelmäßig alle drei bis vier Jahre abhängig von der angesammelten Kiesmenge statt. Da der Pegelstand in Folge der behördlichen Vorgaben und der technischen Auslegung der Wehranlage ohnehin konstant gehalten wird, wirkt sich das Ausbaggern der Stauzone nach allgemeinem Verständnis nicht auf die Umweltgegebenheiten aus. Die Alzwerke haben sich bereiterklärt, bereits vor dem regelmäßigen Turnus (Winter 2020/21) eine Stauraumräumung durchzuführen, um die für den geplanten Hochwasserschutzdamm benötigte Kiesmenge zur Verfügung stellen zu können.“

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

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