Azubi-freundlicher Start ins Berufsleben

Traditionell die größten Ausbilder sind die Chemieindustrie-Unternehmen der Region

Altötting. Am heutigen Montag ist es soweit: Rund tausend Heranwachsende fangen zum Septemberbeginn ihre Ausbildung an. Rund ein Drittel davon zieht es zur Industrie.

581 Jugendliche und junge Erwachsene beginnen eine Lehre in einem IHK-Beruf, wie die Industrie- und Handelskammer auf Anfrage mitteilt. Das seien 11,1 Prozent mehr als im Vorjahr und stelle den Höchstwert der vergangenen neun Jahre dar. Erfreut zeigt sich darüber Ingrid Obermeier-Osl, IHK-Vizepräsidentin und Vorsitzende des Regionalausschusses Altötting-Mühldorf: Eine Ausbildung sei die richtige Karrieremöglichkeit, erklärt sie. Besonders erfreulich sei, dass diese Idee auch wieder in den Köpfen der Schüler verankert sei.

Darüber hinaus betont Obermeier-Osl auch den Fortschritt in Sachen Integration und Ausbildung: Aktuell beginnen zehn Geflüchtete eine Ausbildung, 41 befänden sich dann insgesamt in Ausbildungsverhältnissen. Immer mehr Betriebe würden in den Flüchtlingen zukünftiges Fachkräftepotenzial sehen, folgert Obermeier-Osl.

Traditionell die größten Ausbilder sind die Chemieindustrie-Unternehmen der Region. So starten allein am Berufsbildungswerk (BBiW) in Burghausen 236 Azubis ihre Ausbildung. 175 davon sind bei der Wacker Chemie unter Vertrag, der Rest bei Partnerfirmen. Nach Angaben des BBiW ist heuer die Nachfrage nach dem Berufsbild des Laboranten besonders groß. Richard Stubenvoll, Geschäftsführer des BBiW, zeigt sich zufrieden mit den diesjährigen Zahlen. Aufgrund der hohen Arbeitgeberattraktivität sei es Wacker auch dieses Jahr wieder gelungen, die Ausbildungsplätze mit geeigneten Bewerbern zu besetzen, heißt es aus dem Werk.

In Gendorf beginnen heute insgesamt 108 Auszubildenden ihre Ausbildung an der Bildungsakademie Inn-Salzach (Bit). Davon sind 90 Azubis der im Chemiepark angesiedelten Firmen, 18 kommen von Fremdfirmen in der Gegend. Besonders großer Beliebtheit erfreut sich wie gehabt das Berufsbild des Chemikanten. InfraServ-Sprecher Tilo Rosenberger-Süß sieht den Chemiepark aufgrund der Vielfalt der Berufsmöglichkeiten, die dort ergriffen werden können, als Ausbildungsmagneten, der auch durch die Qualität der Ausbildung an Beliebtheit gewinne.

Beim Handwerk sind die Lehrlingszahlen dagegen trotz der enorm großen Arbeitsplatzsicherheit weiter rückläufig. Stand September sind es 374 Lehrlinge, die einen handwerklichen Beruf beginnen. Im vergangenen Jahr waren es zur selben Zeit bereits 407 abgeschlossene Lehrverträge gewesen. Allerdings sei auch nach dem 2. September noch immer ein Einstieg möglich, lässt die Handwerkskammer verlauten. Somit sind Änderungen bei den Zahlen noch bis Oktober möglich, weiß Kreishandwerksmeisterin Helga Wimmer. Sie ruft gerade die Eltern dazu auf, mit Blick auf die Zukunft ihrer Kinder nicht nur eine sofortige akademische Ausbildung ins Auge zu fassen. Mit einem Gesellenbrief in der Tasche stünde schließlich ebenso die Tür zu Fachhochschulen offen. Immerhin: Zumindest die Maurer können heuer Zuwachs verzeichnen: Waren es letztes Jahr noch 16 Lehrlinge, so sind es heuer 23.

Bei der Agentur für Arbeit Traunstein verzeichnete man zuletzt noch 252 unbesetzte Ausbildungsstellen im Landkreis Altötting. Agenturchefin Jutta Müller zufolge ist es noch nicht zu spät, „sich um seinen Wunschberuf zu bemühen“.

 

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

Originaldarstellung des Artikels