Ausgezeichnete Idee zum Energiesparen

19-jährige Auszubildende der InfraServ Gendorf präsentiert ihr Projekt im Oktober in Berlin

Burgkirchen/Polling. Abitur – und was kommt dann? Diese Frage stellte sich Patricia Schuth aus Polling nicht nur einmal, zu einseitig erschien ihr das Lernen von einer Klausur zur nächsten. Sollte es im Studium gleich wieder so weitergehen oder dann doch lieber etwas anderes versuchen? Patricia entschied sich für den anderen Weg, wie ein paar wenige aus ihrem Jahrgang auch. Sie startete eine Ausbildung zur Chemielaborantin bei InfraServ in Gendorf. Mittlerweile hat sie die Zwischenprüfung erfolgreich absolviert, ist nach wie vor mit Begeisterung dabei und hat sich durch Engagement und Zielstrebigkeit eine Einladung nach Berlin zu einer Ehrung durch die Industrie- und Handelskammer verdient.

Tag für Tag fährt Patricia Schuth nach Gendorf zu ihrer Ausbildungsstelle bei InfraServ, wo sie den Beruf der Chemielaborantin erlernt. Die gebürtige Münchnerin kam 2013 mit ihren Eltern Peter und Tatjana nach Polling und besuchte das Ruperti Gymnasium in Mühldorf, wo sie 2018 das Abitur mit dem Notendurchschnitt von 1,9 ablegte. Eigentlich die besten Voraussetzungen für einen Studienplatz, doch Patricia hatte sich zu diesem Zeitpunkt schon längst anders entschieden: „Mir hat diese Art des Lernens nicht gefallen, immer von einer Klausur zur nächsten und dann wieder alles vergessen. Mir fehlte ganz einfach die Anwendung des Gelernten“, sagt die heute 19-Jährige, die ihre Wunschausbildung im Rahmen eines freiwilligen Praktikums als Laborantin fand: „Ich hatte das Praktikum in den Ferien gemacht, da es diese Möglichkeit – anders als bei anderen Schulen – im Rahmen einer Berufsfindung am Gymnasium nicht gibt. Hier ist der Weg ins Studium vorgezeichnet“, bedauert Patricia Schuth die fehlende Möglichkeit beziehungs
weise Orientierung hin zu einer Berufsausbildung. Der Weg in eine Ausbildung werde hier eigentlich gar nicht thematisiert.

So nahm sie es also selbst in die Hand, absolvierte verschiedene Praktika und entschied sich für die Ausbildung zur Chemielaborantin. Der erfolgreichen Bewerbung nach der 11. Klasse folgte der Ausbildungsbeginn nach dem Abitur. Weg von der theoretischen Chemie an der Schule und hin zur praktischen Umsetzung im Ausbildungsmodus – das war und ist es, was die Pollingerin schätzt und will. Dass sie dabei ein späteres Studium nicht ausschließt, daraus macht sie keinen Hehl, aktuell zählt jedoch nur das nächste Ziel, die erfolgreiche Abschlussprüfung. Sie genießt ihr Arbeitsleben im Werk Gendorf und fokussiert sich dabei nicht nur auf die Chemie.

So nahm sie im letzten Jahr an der IHK - Qualifizierungsmaßnahme „Azubi-Energie-Scouts“ teil – mit großem Erfolg. Ihr Projekt wurde von der IHK prämiert. Die Auszubildenden lernen, wie man Energieeinsparpotenziale erkennt und verbessert. Dazu führt jeder eigenständig ein Projekt durch, das die IHK prüft und bewertet. Patricia, damals im OMV-Labor tätig, fand schnell Energieräuber: CFPP-Geräte (Cold Filter Plugging Point = Temperaturgrenzwert der Filtrierbarkeit), die Kälteeigenschaften von Diesel und Heizöl prüfen.

Hier machte sie enormes Einsparpotenzial aus. In einem Vergleich errechnete Patricia, dass durch den Umstieg auf neue Geräte im Jahr rund 78000 Kilowattstunden eingespart werden. Das entspricht dem jährlichen Stromverbrauch von 22 Drei-Personen-Haushalten, der nun durch die von ihr initiierte Umstellung eingespart wird. Ein Ergebnis, das auch die IHK beeindruckt hat.

Patricia wurde nach Berlin eingeladen, wo sie ihr Projekt im Oktober präsentieren darf. Ein Wechsel in die Energietechnik kommt deshalb jedoch nicht in Frage: „Mir macht die Chemie ganz einfach Spaß.“

 

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

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