Arbeitsschutz und Nachhaltigkeit: OMV Deutschland und Wacker Chemie wurden ausgezeichnet

Jahresversammlung der Bayerischen Chemieverbände – Produktionsrückgang in bayerischen Chemiefirmen befürchtet

München. Im Mittelpunkt der jüngsten Jahresversammlung der Bayerischen Chemieverbände standen nicht nur die Fragen der Energieversorgung und Bepreisung im Kontext der politischen Klimaschutzziele, sondern auch eine wirtschaftliche Bilanz der Branche und die Auszeichnung aktueller Projekte zur Förderung der Nachhaltigkeit in der bayerischen Chemie-Industrie.

Zum wirtschaftlichen Verlauf bilanziert die Chemische Industrie 2018 insgesamt als ein positives Jahr. Allerdings habe es bereits im letzten Quartal ‘18 einen Einbruch und in der ersten Jahreshälfte 2019 noch mal einen Rückgang der Aufträge für die Industrie gegeben.

Die Produktion in der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland stieg 2018 um 3,6 Prozent – das ist deutlich mehr als im vorausgegangenen Jahr (2,9 Prozent). Die Unternehmen konnten die Preise anheben und der Branchenumsatz in Deutschland übertraf erstmals die Marke von 200 Milliarden Euro (+ 3,8 Prozent). Und auch die Beschäftigung nahm mit zwei Prozent auf insgesamt 462 000 Mitarbeiter zu. Soweit die Trends für die Gesamtbranche.

„Die Tücke steckt aber, wie so oft, im Detail“, so die Bilanz. Denn betrachtet man die Produktion in der Chemie allein, also ohne Pharma, so ging diese um 2,2 Prozent zurück. Der Sondereffekt zugunsten der Pharmazie habe sich mittlerweile verflüchtigt. Bei differenzierter Betrachtung sei das Jahr 2018 für die Unternehmen der Chemiebranche „gut“, aber nicht „sehr gut“ verlaufen.

Mit Blick auf die nachlassende Nachfrage haben viele Unternehmen für 2019 mittlerweile die Prognosen, zum Teil deutlich, nach unten korrigiert. Die Stimmung sei entsprechend eingetrübt. Nicht nur die Automobilbranche als Schlüsselbranche und wichtigste Abnehmer der chemischen Industrie, auch andere Branchen drosseln die Produktion. Dazu gesellen sich Sorgen zum wirtschaftlichen Umfeld.

Die Volkswirte im Verband der Chemischen Industrie (VCI) rechnen für 2019 mit einem Umsatzrückgang in der Branche von 2,5 Prozent und damit wieder unter die Schwelle von 200 Milliarden Euro. Die Produktion wird auf einem um 3,5 Prozent niedrigeren Niveau erwartet bei Preissteigerungen von einem Prozent.

Im „Responsible Care Wettbewerb“ im Freistaat haben sich im laufenden Jahr neun Unternehmen aus ganz Bayern beteiligt, darunter die OMV Deutschland GmbH und die Wacker Chemie AG aus dem Bayerischen Chemiedreieck. Beide Unternehmen wurden in der jüngsten Versammlung der Bayerischen Chemieverbände ausgezeichnet.

Die OMV hatte in ihrem Beitrag den Arbeitsschutz in den Vordergrund gestellt. Im Unternehmen sorgen ein gemeinsamer Arbeitssicherheitstag und ein Partnerfirmenkoordinator dafür, die Zusammenarbeit von Mitarbeitern aus dem eigenen Unternehmen und von Partnerfirmen zu koordinieren sowie in der Komplexität und damit das Unfallrisiko zu verringern.

Die Wacker Chemie wurde für ein Projekt ausgezeichnet, dass durch regionale Beschaffung und Verwertung von Abfallstoffen das Potenzial des Ersatzes von fossilen durch nachwachsende Rohstoffe optimal ausnutzt und damit richtungsweisend agiert.

Wie bereits berichtet, freute sich Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger über das Engagement der Branche für Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschutz und lobte es ausdrücklich.

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

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