Anschluss der Bahnstrecke aus Mühldorf an Brennerzulauf

20. April 2021

Aufwertung der Bahnstrecke verspricht auch Verbesserungen für die Güterlogistik aus dem und in das Bayerische Chemiedreieck

Rosenheim. Die Bahnstrecke aus Mühldorf nach Rosenheim wird voraussichtlich nicht nördlich, sondern erst südlich von Rosenheim an die Neubautrasse des Brennerzulaufs angebunden. Güterzüge, die aus Richtung Landshut oder aus dem Bayerischen Chemiedreieck in Richtung Brenner rollen, können dann zwar ohne umzukoppeln in Richtung Brenner fahren. Allerdings rumpeln sie weiterhin durch Bahnhof und Stadt Rosenheim. Die Frage einer Anbindung dieser Strecke, vor dem Ersten Weltkrieg ein Trassenabschnitt der Fernbahn von KuK-Mailand nach KuK-Prag , könnte mit dem Projekt des Ostkorridors wieder eine Aufwertung erfahren.

Der sogenannte Ostkorridor für Güterverkehr (Internet: www.ostkorridor.de) steht für das Trassenprojekt vom niedersächsischen Uelzen über Halle/Leipzig nach Hof und Regensburg. Die Aufwertung dieser Bahnstrecke verspricht auch Verbesserungen für die Güterlogistik aus dem und in das Bayerische Chemiedreieck, wenn die Züge über Landshut und Mühldorf weitergeleitet werden.

Beim durchgängigen viergleisigen Ausbau der Eisenbahn-Brennerachse zwischen München und Verona ist der Bau von Verknüpfungsstellen vorgesehen, um eine flexible und zukunftsfähige Infrastruktur zu errichten. Güter- und Personenzüge können so zwischen der neuen und der bestehenden Strecke wechseln. „Züge, die etwa aus Mühldorf kommen, nutzen bis zur Verknüpfungsstelle südlich von Rosenheim die Bestandsstrecke und können dann auf die Neubaustrecke wechseln“, informiert die Bahn auf Nachfrage: „Der Planungsauftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale In-frastruktur bezieht sich auf die Strecke München – Rosenheim – Kiefersfelden – Kufstein. Er ergibt sich aus dem Bundesverkehrswegeplan 2030. Eine Verbindung der Neubaustrecke mit ggf. kreuzenden Strecken war kein zwingendes Kriterium für die Trassenauswahl und ist aktuell nicht Teil des Planungsauftrags.“ Eine Verknüpfungsstelle mit der Bahn aus Mühldorf und dem potenziellen Ostkorridor, bei Umgehung des überlasteten München, würde sich nördlich von Rosenheim anbieten, um auch Rosenheim von durchrollenden Güterzügen zu entlasten.

 

 

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

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