AlzChem steigert die Profitabilität

Dividende in Höhe von 0,75 Euro je Aktie vorgeschlagen – Noch keine Engpässe wegen der Krise

Trostberg. Die AlzChem Group AG, ein vertikal integrierter Spezialchemie-Anbieter mit führender Marktposition in ausgewählten Nischenmärkten, konnte auch 2019 ihren Wachstumskurs fortsetzen und den Umsatz leicht um 0,2 Prozent auf 376,1 Mio. Euro steigern. Das EBITDA ist 2019 überproportional um 1,4 Prozent von 49,4 Mio. Euro auf 50,1 Mio. Euro gewachsen. AlzChem plant, für das Geschäftsjahr 2019 eine Dividende in Höhe von 0,75 Euro je Aktie (in Summe 7,6 Mio Euro) an die Aktionäre auszuschütten.

Das war die Quintessenz der positiven Nachrichten, die AlzChem-Vorstandsvorsitzender Andreas Niedermaier in der Bilanz-Pressekonferenz, wie bereits andere Unternehmen mit Blick auf die Corona-Krise erstmals nur per Online-Schalte, bekanntgab. Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr steht unter Vorbehalt und ohne Einbezug der Corona-Krise.

Im vorausgegangenen Kalenderjahr 2018, das sich bei der AlzChem Group AG aus zwei Rumpfgeschäftsjahren zusammensetzte, hatte der Umsatz bei 375,2 Mio Euro gelegen. DasEBITDAist 2019 überproportional um 1,4 Prozent von 49,4 Mio auf 50,1 Mio Euro gewachsen. Damit konnte AlzChem das Geschäftsjahr 2019 innerhalb der angepassten Prognose abschließen.

Die EBITDA-Marge stieg 2019 leicht von 13,2 auf 13,3 Prozent. Der Konzernjahresüberschuss lag bei 18,1 Mio. Euro und damit im Wesentlichen aufgrund der starken Investitionstätigkeit und höherer Abschreibungen etwas unter dem kumulierten Ergebnis 2018 in Höhe von 22,8 Mio Euro.

Andreas Niedermaier, Vorstandsvorsitzender der AlzChem Group AG: „Das insgesamt sehr zufriedenstellende Gesamtjahr hat drei Dinge deutlich gezeigt: Wir lagen richtig damit, 2019 von vornherein als ein Jahr des Übergangs anzusehen. Wir konnten belegen, dass wir mit unseren Investitions- und Vertriebsmaßnahmen den richtigen Weg eingeschlagen haben. Durch die Fokussierung unserer Produkte und Lösungen auf Megatrends sind wir auch bei einer schwierigen Chemie-Konjunktur in der Lage, eine eigene Unternehmensdynamik zu entwickeln.“

AlzChem hat 2019 das mit einem Gesamtvolumen von rund 50 Mio Euro größte Investitionsprojekt der Unternehmensgeschichte erfolgreich abgeschlossen und die neue Creamino(R)-Anlage Mitte September am Standort Trostberg in Betrieb genommen. Die auf rund 21.000 Tonnen verdreifachten Produktionskapazitäten für das wichtigste Zukunftsprodukt des Unternehmens werden nun sukzessive ausgelastet.

Parallel wurde der Vertrieb für Creamino(R) in die eigenen Hände genommen. In Europa und in den USA verfügt AlzChem nunmehr über eine eigene, schlagkräftige Vertriebsmannschaft. In den übrigen Märkten arbeitet das Unternehmen mit regional etablierten Partnern zusammen. Der Aufbau der Vertriebsmannschaft ist soweit abgeschlossen, alle wesentlichen Zulassungen liegen seit 2019 vor.

Auch ein weiteres, großes Investitionsprojekt, der Ausbau der Nitrile-Produktion, wurde 2019 erfolgreich umgesetzt. Trotz dieser Investitionen 2019 in Höhe von 41,4 Mio. Euro erzielte die Unternehmensgruppe im Geschäftsjahr 2019 einen positiven Free-Cashflow von 2,3 Mio Euro.

Eine höhere Umsatzdynamik wurde durch die Abkühlung in der Automotive-Industrie verhindert. Die stabile Umsatzentwicklung resultierte im Wesentlichen aus dem Segment Basics & Intermediates, wodurch der erwartete Umsatzrückgang im Segment Specialty Chemicals aufgefangen werden konnte.

Auf der Ertragsseite ist es AlzChem gelungen, die teilweise deutlichen Kostensteigerungen beispielsweise für Rohstoffe erfolgreich durch Preisanpassungen an die Kunden weiterzureichen. Darüber hinaus wurde das Produktportfolio auch 2019 weiter in Richtung komplexerer, hochpreisiger Produkte entwickelt.

2020 will die AlzChem-Gruppe weiterwachsen. Diegeplante Umsatzentwicklung soll leicht bis stark steigend sein und organisch erzielt werden. Die Planung erfolgte allerdings vor Beginn der Corona-Krise.

Das Wachstum wird sich aber nicht auf einzelne Produkte beschränken, sondern von allen Segmenten getragen werden. Im Segment Specialty Chemicals ist es das Ziel, neben dem Ausbau des Creamino(R)-Geschäfts auch die gut gefüllte F&E-Pipeline sukzessive in neue Produkte zu überführen. Im Segment Basics & Intermediates soll das Produkt NITRALZ(R) ein weiterer wesentlicher Wachstumstreiber werden. Aber auch die Sektoren Landwirtschaft und Metallurgie sieht AlzChem zumindest stabil. Der weiterhin geplante Ausbau der Produktpalette bietet hier konkrete Chancen. Mit einem gewissen Unsicherheitsfaktor bleibt die Entwicklung im Automotive-Bereich behaftet, da unklar ist, ob hier bereits in 2020 eine Erholung einsetzt. Ergebnisseitig wird die EBITDA-Marge aus dem Vorjahr bestätigt. Das bereinigte EBITDA soll mindestens auf Vorjahresniveau bis - parallel zum Umsatz - stark steigend abschließen.

„Das Unternehmen ist sich der mit dem Coronavirus verbundenen Risiken vollständig bewusst“, betont Niedermaier: So habe der Vorstand aufgrund der Entwicklung bereits seit langem eine Reihe von Präventivmaßnahmen ergriffen, um Infektionen bei Mitarbeitern vorzubeugen. Zudem wurde eine Task-Force auf Vorstandsebene etabliert, die täglich die Lage bespricht und erforderliche Maßnahmen in die Wege leitet. Sollte sich die betriebliche Lage wesentlich verändern, können entsprechende Notfallkonzepte jederzeit umgesetzt werden.

Ungeachtet der allgemeinen Krisenlage kann die AlzChem Group AG bisher keine wesentlichen Einschränkungen für die ein-und ausgehenden Warenströme feststellen. Für die Produktion wurden dennoch bereits Pläne erarbeitet, um einen Betrieb auch bei reduzierter Personalzahl zu erlauben. Zudem wurden für einen Teil unserer Mitarbeiter Möglichkeiten geschaffen, Geschäftsprozesse auch mobil zu unterstützen.

Das Unternehmen hat rund 1620 Mitarbeiter an drei Standorten im Alztal und einem in Waldkraiburg sowie drei weiteren im Ausland.

 

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

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