Aktionäre sehen AlzChem gut auf Kurs

Dividendenausschüttung und Konzentration von Aktien mit 99,99 Prozent beschlossen

München/Trostberg. Mit jeweils deutlich über 90 Prozent Zustimmung honorierten die Aktionäre in der Hauptversammlung der AlzChem Group AG die erfolgreiche Geschäftsentwicklung und Unternehmensstrategie und sprachen Vorstand und Aufsichtsrat ihr Vertrauen aus. Der Vorschlag zur Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 9 158 701,95 Euro, das entsprich 9 Cent je Aktie, fand sogar eine Zustimmung von 99,99 Prozent .

In der Abstimmung in der Hauptversammlung im Haus der Bayerischen Wirtschaft in München waren die Stimmrechte von 74 356 413 Aktien – das entspricht 73,03 Prozent des Grundkapitals – vertreten.

Ursprünglich war vorgesehen, die Hauptversammlung heuer erstmals in Trostberg abzuhalten. Allerdings war für den fraglichen Zeitraum keine geeignete Lokalität frei, informierte Vorstandsvorsitzender Ulli Seibel. Aber für das kommende Jahr ist eine Hauptversammlung in Trostberg fest im Visier.

Mit Bedauern für das angekündigte Ausscheiden und Dank für die geleistete Arbeit quittierten Aufsichtsrat und Aktionäre die vor ein paar Wochen angekündigte Entscheidung von Ulli Seibel, ab Ende des Jahres nicht mehr für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung zu stehen. Es werde aber aller Vorraussicht nach weiter ein Dreier-Vorstandsgremium geben, erklärte Aufsichtsratsvorsitzender Markus Zöllner. Außerdem sei damit zu rechnen, dass die Besetzung des frei werdenden Vorstandspostens intern erfolgen werde.

Sämtliche Tagesordnungspunkte wurden mit großer Mehrheit im Sinne der Verwaltung beschlossen, was neben der Dividendenzahlung auch eine Aktienzusammenlegung im Verhältnis von 10 zu 1 beinhaltet. Mit dieser Maßnahme trägt die Gesellschaft dem Wunsch der Mehrheit der Aktionäre aus der Hauptversammlung im vergangenen Herbst Rechnung, die Aktienzahl auf ein der Größe und dem Wert des Unternehmens angemessenes Verhältnis zu reduzieren und dadurch den Börsenpreis je Aktie auf ein kapitalmarktübliches Niveau zu erhöhen. Die Umsetzung der Maßnahme erfolgt nach Eintragung ins Handelsregister voraussichtlich im Juli/August.

Offen sind noch einige Details zur Umsetzung dieser Aktienzusammenlegung, denn oft halten vor allem Kleinaktionäre eine nicht durch 10 teilbare Anzahl an Aktien. Das führt zu der Frage, ob der fehlende Rest auf eine durch zehn teilbare Anzahl aufgestockt oder reduziert werden soll. Die Entscheidung darüber liegt bei den Aktionären und die Antwort auf Frage, ob dafür Gebühren anfallen, liegt bei der jeweiligen Depotbank.

Auf Anregung aus Aktionärskreisen will die Verwaltung noch klären, ob eventuelle Gebühren übernommen werden. Geben Aktionäre keine Willenserklärung ab, ob sie auf eine durch zehn teilbare Anzahl an Altaktien aufstocken oder einen Überhang abgeben wollen, müssen sie damit rechnen, dass der Überhang eingezogen wird.

Das bisherige Grundkapital der AG in Höhe von 101 763 355 Stückaktien wird außerdem um 5 Euro reduziert. Diese Aktien werden von einem Aktionär gespendet. Die Aktienzahl wird dann auf 10 176  335 mit einem jeweiligen Anteil von 10 Euro am Grundkapital reduziert.

Die Entwicklung des Geschäftsverlaufs, wie vom Vorstand berichtet, stützt das angepeilte Ziel, den Börsenkurs nach oben zu treiben. Im Fokus standen sowohl das Rumpfgeschäftsjahr 2018, den Zeitraum vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2018, als auch das 1. Quartal 2019. Der Vorstand bestätigte außerdem die Prognose für das Gesamtjahr 2019. Als Umsatzvolumen stehen ein Betrag von 390 bis 399 Mio Euro und eine EBITDA-Marge von 11,6 bis 13 Mio Euro im Raum

Das Rumpfgeschäftsjahr, und auch zwei Hauptversammlungstermine im vergangenen Jahr, sind der Änderung des Geschäftsjahrs und dem Börsengang der AG in 2017 geschuldet. Der Umsatz im Gesamtjahr 2018 lag bei 375,2 Millionen Euro (plus 6 Prozent im Vorjahresvergleich), das EBITDA bei 49,4 Millionen Euro (plus 8 Prozent).

Ulli Seibel, Vorstandsvorsitzender der AlzChem Group AG: „Unser Unternehmen entwickelt sich weiterhin sehr erfolgreich und in die gewünschte Richtung. Einen wesentlichen Beitrag werden zukünftig auch unser seit Jahresbeginn aktiver Eigenvertrieb von Creamino und die ab Jahresmitte verfügbaren zusätzlichen Creamino-Produktionskapazitäten leisten.“

Gut angelaufen sieht Ulli Seibel außerdem die Marketingstrategie für das Nahrungsergänzungsmittel LIVADUR für „Best-Ager ab 55“. In Bayern haben Schulungen für Apotheker begonnen. Dann wird auf Deutschland ausgebaut und schließlich steht die Markteinführung in USA und China an. LIVADUR ist das erste für Endverbraucher entwickelte Produkt der AlzChem auf Basis von Kreatin.

Die Neubauprojekte am Standort Trostberg, die Anlage zur Herstellung von Creamino (z.B Kreatin für die Tiermast) und die neue Anlage für Nitrile liegen gut im Plan, informierte Vorstandsmitglied Klaus Englmaier. Die Anlage für Cramino schlägt mit einer Investition von rund 50 Millionen Euro und die Anlage für Nitrile mit rund 7,2 Millionen Euro zu Buche. beide Anlagen sollem im dritten Quartal angefahren und im laufe des Quartals in regelbetrieb gehen.

Bei Nitril handelt es sich um einen chemischen Stoff, der für die Produktion von Pflanzenschutzmitteln und als Zwischenprodukt bei der Herstellung von Pharmazeutika verwendet wird. Außerdem können Nitrile für Hochleistungspigmente im Automobilbau, als Lösungsmittel sowie generell bei diversen industriellen Anwendungen genutzt werden.

Kreatin (von griechisch kreas, deutsch „Fleisch“) ist ein Stoff, der in Wirbeltieren zur Versorgung der Muskeln mit Energie beiträgt. Kreatin wird in der Niere, der Leber und in der Bauchspeicheldrüse natürlich gebildet, kann aber auch synthetisch hergestellt werden.

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

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