Aktie der Wacker Chemie AG: Zusehends auf Kraxelkurs

Noch im März lag die Wacker-Aktie am Boden, seitdem hat ihr Börsenwert beachtlich zugelegt

Burghausen. Noch vor einem Dreivierteljahr galt der Aktienkurs der Wacker Chemie AG als Sorgenkind im Konzern. Bei gerade mal 33 Euro notierte das Papier Mitte März. Seitdem aber hat sich der Wert beinahe vervierfacht. Zum allgemeinen Aufschwung der Börsen kamen mehrere besondere Kurstreiber. Eine davon hat mit Corona zu tun.

So meldete Wacker am 23. November, dass es das Biotechunternehmen Curevac als Partner bei der Produktion eines Impfstoffes mit ins Boot geholt habe. Man wolle im ersten Halbjahr 2021 mit Produktion der Wirkstoffsubstanz für den Impfstoffkandidaten beginnen. Am Wacker-Standort Amsterdam sollen pro Jahr mehr als 100 Millionen Dosen hergestellt werden.

Sowohl am Tag der Bekanntgabe als auch in den Tagen danach ging es mit dem Wacker-Kurs deutlich bergauf. Die 100-Euro-Marke wurde übersprungen, bald darauf die 110-Euro-Marke. Zuletzt wurde das Papier bei 117 Euro gelistet – beflügelt nochmals durch die seitdem erfolgte Meldung, wonach der Konzern einen Käufer für seinen 31-Prozent-Anteil an der Siltronic AG gefunden hat. Konkurrent GlobalWafers will die einstige Wacker-Tochter übernehmen. Wacker winken Milliarden-Einnahmen.

Zeitgleich mit den Verkaufsmeldungen wurde zuletzt auch bekannt, dass das Unternehmen personell die weiteren Weichen stellt. Mit Dr. Christian Hartel ist ein Nachfolger für den im kommenden Jahr ausscheidenden Vorstandschef Dr. Rudolf Staudigl gefunden. Hinzu kommt, dass Angela Wörl als Arbeitsdirektorin in den Konzernvorstand aufrückt.

Bereits im Juli hatte die Wacker-Aktie auf eine außertourliche Nachricht hin einen satten Kurssprung hingelegt. Damals war bekannt gewordenen, dass eine Explosion in einem Werk des chinesischen Konkurrenten GCL-Poly Energy längere Produktionsausfälle zur Folge haben dürfte – und damit eine weltweite Verknappung von Polysilizium. Damals legte der Aktienwert binnen weniger Tage um rund ein Viertel auf 83,50 Euro zu. Seitdem ist die Marke um weitere 40 Prozent nach oben geklettert.

Was die Prognosen angeht, so räumen die Analysten zumindest Chancen auf weitere Kursgewinne ein. Bis zu Rekordwerten hat das Wacker-Papier noch einiges an Weg vor sich. Im Januar 2018 etwa lag die Aktie kurzzeitig bei mehr als 174 Euro, nochmals zehn Jahre zuvor waren es zeitweise sogar mehr als 190 Euro gewesen.

 

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

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