Ab Mittwoch, 5. Mai, wird bei Wacker geimpft

4. Mai 2021

Der Standort Burghausen ist Teil eines bayernweiten Modellversuchs

Burghausen. Eigentlich soll es erst Anfang Juni so weit sein. Dann will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn deutschlandweit die Betriebsärzte mit ins Impfboot holen. Und doch startet Wacker wohl bereits diese Woche mit Impfungen auf dem eigenen Gelände. Als eines von zehn Unternehmen in Bayern ist der Burghauser Standort Teil eines Modellprojekts von Freistaat und der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw). Am morgigen Mittwoch soll es losgehen.

50000 Impfdosen stellt die Staatsregierung für den Versuch zur Verfügung. Wie sie genau auf die zehn beteiligten Unternehmen verteilt werden, war zuletzt noch unklar, entsprechend auch, wie viele Dosen die Wacker Chemie erhält. Bereitgestellt werde das Ganze jedenfalls über das zentrale Impfzentrum des Landkreises im Neuöttinger Kreishallenbad, erklärt Standortsprecher Stephan Haas. Auch organisatorisch laufe man als Dependance des Landkreis-Impfzentrums. Dass dort der frühere Wacker-Werkleiter Dr. Dieter Gilles die Leitung innehat, garantiere natürlich eine besonders reibungslose Abstimmung.

Voraussetzung für die Teilnahme am Modellversuch war, dass die Unternehmen betriebsbedingt nicht komplett auf Homeoffice umstellen können, ein Teil der Belegschaft also im Werk Präsenz zeigen muss. Auch sollen alle Regierungsbezirke und vor allem Hochinzidenzgebiete abgedeckt werden. Aus der weiteren Region ist noch der Siegsdorfer Maschinenbauer Brückner mit dabei. Bei Wacker beschränkt sich der Testlauf auf den Burghauser Standort, involviert sind dabei auch die auf dem Werksgelände gelegenen Standorte von Siltronic und Vinnolit.

Die Vorbereitungen hat man bei Wacker weitestgehend in der vergangenen Woche abgeschlossen. „Wir sind startklar“, sagt Sprecher Stephan Haas. So sei die Halle im Belegschaftshaus zum Impfzentrum umfunktioniert worden, die Kühlkette sichergestellt und auch das Personal des werkärztlichen Dienstes stehe parat. Die mit dem Impfzentrum des Landkreises abgestimmten Abläufe sind so manchem der Werksärzte schon vertraut – schließlich haben einige von ihnen in der Vergangenheit bereits ehrenamtlich und ohne Bezahlung in Neuötting mit ausgeholfen.

Seit Donnerstag können sich Mitarbeiter von Wacker, Siltronic und Vinnolit für das Impfen im Werk anmelden. Die erste Resonanz sei beachtlich, sagt Haas. So lagen allein bis Freitagvormittag bereits mehr als 2000 Anmeldungen vor.

Wann die Probanden an die Reihe kommen, hängt vor allem von der Impfstoffzuteilung ab. Priorität haben die Präsenzmitarbeiter, also in erster Linie die Beschäftigten in der Produktion. Daneben werden Haas zufolge auch medizinische Kriterien für die Einteilung herangezogen. Ziel sei es letztlich, „so viele Mitarbeiter wie möglich zu impfen“. Die theoretische Kapazität liege bei bis zu 1500 Impfungen pro Woche. Wobei das Angebot ein rein freiwilliges sei, wie der Standortsprecher betont.

Was die Impfstoffzuteilung angeht, ging man bei Wacker Ende vergangener Woche davon aus, dass es zunächst Dosen der Firma Biontech geben wird. Im weiteren Verlauf könnten freilich auch Impfstoffe anderer Hersteller zum Tragen kommen.

Glücklich über die Teilnahme am Modellversuch ist Wacker-Werkleiter Dr. Peter von Zumbusch. „Wir freuen uns, dass wir für das Modellprojekt der bayerischen Staatsregierung in Zusammenarbeit mit der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft ausgewählt wurden und am Mittwoch mit dem Impfen starten. Wir können damit als Unternehmen wirksam unseren Beitrag zu der gesellschaftlichen Aufgabe leisten, die Pandemie zu überwinden, und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schützen. Die Impfung ist für uns der Schlüssel für die Rückkehr zur Normalität“, teilt er mit.

Parallel zum Impfen will man bei Wacker auch das Thema Testen forcieren. Seit geraumer Zeit stehen jedem Präsenzmitarbeiter zwei Selbsttests pro Woche zur Verfügung. Diese Woche startet zudem eine eigene Station für Schnelltests im Werk. Deren Vorteil: Die Testergebnisse werden auch behördlich anerkannt, helfen also beispielsweise Pendlern beim Grenzübertritt.

 

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

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