7. August 2018 - Passauer Neue Presse

Chemie-Tarifrunde: IG BCE fordert 6 Prozent mehr

Chemie-Tarifrunde: IG BCE fordert 6 Prozent mehr

25 000 Arbeitnehmer im Bayerischen Chemiedreieck unmittelbar vom Chemie-Tarif betroffen

München. Arbeitgeber der Chemischen Industrie und Vertreter der Gewerkschaft IG BCE haben in Kirchheim bei München die regionalen Verhandlungen der Tarifrunde 2018 für die chemisch-pharmazeutische Industrie in Bayern eröffnet. Nach einer rund zwei-stündigen „sehr fairen und in sachlicher Atmosphäre geführten Wirtschaftsdebatte“, wie die Arbeitgeberseite betont, wurden die Tarifverhandlung ergebnislos vertagt. Nächster Termin ist am 5. September.

Die IG BCE war mit einer Forderung von sechs Prozent mehr Entgelt und einem zusätzlichen Pro-zent durch die Verdopplung des Urlaubsgeldes in die Verhandlungen gestartet. Die Arbeitgeber bestriten garnicht die „gute wirtschaftliche Situation“, betont die IG BCE: „Sie wollen uns mit einer Sonderzahlung abfinden, das werden wir nicht mit uns machen lassen“, sagt der Verhandlungsführer der IGB CE, Seppel Kraus.

Die Chemie-Arbeitgeber lehnen die Forderung – die höchste der laufenden Tarifrunde – als „vollkommen überzogen“ ab. Dazu VBCI-Hauptgeschäftsführer Walter Vogg: „Die aus einer bundesweiten Sonderkonjunktur abgeleiteten Entlohnungswünsche dürfen als dauerhafte Kostensteigerung die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen nicht gefährden. Wir reden, das Urlaubsgeld eingeschlossen, von insgesamt sieben Prozent mehr Geld.“ Dies sei angesichts einer nachlassenden Konjunkturdynamik, reduzierter Wachstumsprognosen für 2018 und 2019 und steigender Risiken unter anderem durch Protektionismus, Handelskonflikte, Sanktionen, Folgen des Brexit und einen rapide steigenden Ölpreis nicht nachvollziehbar und auf Dauer schon gar nicht erfüllbar.“

In dieser Situation sei es aus Sicht der Arbeitgeber wichtig, die Bodenhaftung nicht zu verlieren. Um auch in Zukunft wettbewerbsfähige und damit sichere Arbeitsplätze bieten zu können, sei ein Tarifabschluss mit Augenmaß erforderlich, der für alle Unternehmen in der Fläche auch dann noch tragfähig ist, wenn die Zeiten wieder härter werden.

Verhandlungsbereit zeigen sich die Chemie-Arbeitgeber bei der Forderung der IG BCE nach ei-ner Weiterentwicklung der Arbeitsbedingungen. Unter anderem fordert die IG BCE hierbei mehr Zeitsouveränität für die Mitarbeiter.

Im Bayerischen Chemiedreieck sind rund 25 000 Arbeitnehmer unmittelbar vom Chemie-Tarif betroffen.

Quelle: Passauer Neue Presse

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