24. September 2018 - Passauer Neue Presse

Tag der offenen Tür bei Wacker: 20 000 Besucher blickten hinter die Kulissen des Konzerns – Auch Siltronic und Vinnolit präsentierten sich

Chemie: Nicht nur farbige Flüssigkeiten und Gase

Tag der offenen Tür bei Wacker: 20 000 Besucher blickten hinter die Kulissen des Konzerns – Auch Siltronic und Vinnolit präsentierten sich

Burghausen. Immer weiter fährt der mächtige Teleskopmast aus. Dann, auf 44 Meter Höhe, lässt Gerhard Passer von der Wacker Werkfeuerwehr die Plattform mit dem stabilen Gitterrahmen langsam einen Kreis ziehen. Aus der Vogelperspektive blickt die vierköpfige Familie Eiblmaier aus Prienbach auf ein besonderes Spektakel: Es ist Tag der offenen Tür bei der Wacker Chemie und so bewegen sich zig Tausend Menschen über das Werksgelände, Buskolonnen fahren durchs Haupttor ein und aus und an der Pforte Süd ist eine Mega-Bühne aufgebaut.

Hier begrüßt am Samstag Werkleiter Dr. Dieter Gilles gerade die zahlreichen Gäste zu einem Event, das sich vor allem zwei Ziele gesetzt hat: „Chemie ist nicht nur farbige Flüssigkeiten und Gase“, so der Werkleiter. „Wir wollen zeigen, welche Eigenschaften Produkte durch den Einsatz der Chemie haben - sei’s der flauschige Teddybär, der hochelastische Fliesenkleber oder die Wand, die luftdurchlässig und wasserabweisend zugleich ist.“

Im Fokus der Einladung stand aber auch, die permanente Entwicklung am Standort Burghausen zu präsentieren. „Hier bündeln sich viele Kompetenzen, die wir weltweit einsetzen“, erläuterte Vorstandsmitglied Auguste Willems. „Leuchtturmwerk im Konzern“, fiel dazu Bayern-3-Moderator Roman Roell ein, der den ganzen Tag über auf der Aktionsbühne Interviews mit Wackerianern führte. Das Schlussresümee zog dort dann gegen 16 Uhr Klaus Millrath, Leiter Kommunikation: „Der Tag der offenen Tür war wieder ein großer Erfolg. Etwa 20 000 Besucher haben bei schönem Wetter das vielfältige Programm genutzt, interessante Gespräche geführt und neue Eindrücke gewonnen. Wir freuen uns auch, dass diese Großveranstaltung unfallfrei zu Ende gegangen ist.“

Am Vormittag im „Science-Zelt“: Lilianas Augen werden immer größer. Gebannt beobachtet die sechsjährige Emmertingerin ihren Schaumkuss, der – mittels Unterdruck – im Exsikkator mittlerweile die doppelte Größe erreicht hat. Doch Schwups, kaum ist er wieder an der Luft, schrumpft er auf seine ursprüngliche Form zusammen. Auch der neunjährige Leo aus Schönberg im Bayerischen Wald ist tief beeindruckt von dem Farbenspiel, das sich – je nach Indikator - in den Gefäßen vor ihm zeigt, sobald er einen Tropfen hochverdünnte Lauge oder Säure mit der Pipette dazugibt. „Chemie neu sehen“, das Motto der Großveranstaltung soll auch die Kinder erreichen, erläutert Dr. Guido Kallinger, der am Tag der offenen Tür acht Mitmach-Stationen für kleine Nachwuchschemiker aufgebaut hat. Enorm ist der Zulauf hier, denn gerade Familien mit Kindern nutzen die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen oder um den Kleinen zu zeigen, wo Mama oder Papa ihren Tag verbringen.

Über 400 Mitarbeiter waren dann auch am „Tag der offenen Tür“ im Einsatz. An zahlreichen Informationsständen, den nahezu 100 Werksfahrten oder bei den Besichtigungen zehn verschiedener Betriebe, brachten sie in ganz persönlichem Stil den Besuchern die Welt von Wacker ein gutes Stück näher. Auch die Standortpartner Siltronic und Vinnolit präsentierten sich und so gelangten nicht nur Antonia und Marika – mittels „Blue Box“ – in einen Reinraum des Wafer-Produzenten.

Klirrend zerspringt die Fliese auf Kleber ohne Polymer, als die Eisenkugel auf sie trifft. Geradezu federnd wirkt das Steinzeug, wenn das Dispersionspulver von Wacker im Bindemittel steckt. Das konnten Interessierte beispielsweise in der „Wacker Academy“ beobachten. Im Festsaal begrüßte sie der sprechende Roboy. Mit künstlicher Intelligenz hat ihn die IT-Abteilung bereits ausgestattet, jetzt soll der Roboter, ein Partnerschaftsprojekt mit der TU München, Gefühle lernen – und dafür eine Haut aus Silicon erhalten.

Wacker arbeitet zukunftsorientiert: Das zeigten der 3-D-Drucker für Silicone, der vor den Augen der Gäste Teile mit komplexer Geometrie fertigte, aber auch die vielen Aktionen zu den Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Apropos Nachhaltigkeit: Selbst der Ochs, der sich seit Mitternacht fürs Show-Cooking auf dem Spieß drehte, kam aus der Region – der Erlös daraus, der Stiftung WeltKinderLachen zugute.

Auch heute würden, einer aktuellen Umfrage zufolge, 86 Prozent der Mitarbeiter weltweit das Unternehmen weiterempfehlen. Solche Firmeninfos erfuhren die Besucher von Vorstandsmitglied Auguste Willems. Und Moderator Roman Roell fasste zusammen: „Wacker: Ein Top-Seller worldwide.“

Quelle: Passauer Neue Presse

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