24. Mai 2018 - Passauer Neue Presse

AlzChem: Optimistisch auf Wachstumskurs

Entlastungen mit 100 Prozent – Zweite Hauptversammlung im Herbst soll über Dividende entscheiden

München/Trostberg. Klare Verhältnisse und fundierter Optimismus bei der AlzChem Group AG: Mit 100 Prozent Zustimmung entlasteten gestern in der Hauptversammlung die Aktionäre Vorstand und Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2017. Zum Zeitpunkt der Abstimmung waren 99,01 Prozent der Stimmrechte (100 754 999 Aktien) präsent. Der Umsatz war im Jahr 2017 auf 353,9 Mio Euro (+ 8 Prozent) und das EBITDA auf 45,7 Mio Euro (+ 18,3 Prozent) ausgebaut worden.

Klares Ziel – auch darüber herrschte in der Hauptversammlung kein Zweifel – ist es, die Aktionärsstruktur auf eine breitere Basis zu stellen. So an die 1500 bis 2000 Aktionäre werde die AG wohl haben, informierte Vorstand Ulli Seibel auf Nachfrage. In der Aktionärsstruktur entfallen nur 1,19 Prozent der Aktien auf Streubesitz.

Hier sollten mindestens zehn Prozent erreicht werden, betonte ein Aktionär aus Österreich, denn für manche Fonds gelte dieses Limit in Aktiengesellschaften, sonst dürfen sie nach ihren Statuten nicht investieren. Grundsätzlich sah er aber die AlzChem hervorragend aufgestellt und empfahl die Aktie als günstigsten deutschen Chemiewert.

Mittlerweile vollzogen ist – so informierte Vorstand Ulli Seibel – wie im vergangenen Jahr beschlossen, die Verlegung des Unternehmenssitzes der AlzChem Group AG aus Norderstedt nach Trostberg, während hier, die ehemalige AlzChem AG nun in die operative AlzChem GmbH gewandelt ist. Bedingt durch diese Umstrukturierung stand in der aktuellen Hauptversammlung noch kein Beschluss zur Gewinnverteilung an.

Mit der Einführung des am 30. Juni endenden Rumpfgeschäftsjahres 2018 haben Vorstand und Aufsichtsrat zudem die Voraussetzung für die AlzChem Group AG geschaffen, als Konzern-Holdinggesellschaft auf der nächsten Hauptversammlung im November 2018 und somit noch im Kalenderjahr 2018 eine Dividende für das Geschäftsjahr 2017 ausschütten zu können. Die Dividendenpolitik der Gesellschaft sieht vor, dass 30 bis 50 Prozent des Jahresüberschusses als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet werden sollen.

Wie bereits berichtet hat die AlzChem am Standort Trostberg aktuell zwei große Investitionsprojekte laufen – eine deutliche Kapazitätserweiterung der Produktion von Creamino und einen Ausbau der Produktion von Nitrilen. Creamino ist der Handelsname für Verbindungen, die in der Tiermast eine effektivere Futterverwertung erlauben; Nitrile kommen im Pflanzenschutz zum Einsatz.

Mit dem Produktionsstart der neuen Anlage für Creamino 2019 will AlzChem außerdem die Vermarktung, bisher noch bei Evonik, in Eigenregie übernehmen. Creamino steht (wie beim Produktnamen Creapure für menschliche Anwendung), für einen Stoff, der auch von Menschen und Wirbeltieren körpereigen gebildet wird und mehr Energiereserven bereitstellt. Vor allem China hat sich als wichtiger Markt etabliert – nicht nur wegen des Nutzwertes der Stoffe, sondern auch wegen des Vertrauens in die hohe Reinheit der Produkte aus Deutschland.

Die Effizienz von Creamino taxierte Vorstand Ulli Seibel auf Aktionärsnachfrage mit etwa 3 bis 5 Prozent Ersparnis von Futtermengen bei korrektem Einsatz. Die AlzChem-Aktie notierte gestern abend bei Redaktionsschluss bei 3,03 Euro. Am 17.April stand der Kurs bei 2.40 Euro.

Quelle: Passauer Neue Presse

Originaldarstellung des Artikels