12. Juni 2018 - Alt-Neuöttinger Anzeiger

Rohrbruch legte Gutteil des Werks still

Bis zu 40 Prozent der Produktionsbetriebe gingen in den Ruhemodus – Auch gestern gab es noch Ausfälle

Burgkirchen. Einen Tag nach dem folgenschweren Wasserrohrbruch im Chemiepark Gendorf ist am Montag wieder Ruhe eingekehrt im Werk. Zumindest großteils liefen die Betriebe gestern wieder an. Die genaue Schadensursache ist indes noch unklar.

Insbesondere die Einsatzkräfte der Gendorfer Werkfeuerwehr hatten in der Nacht auf Sonntag alle Hände voll zu tun gehabt. Wie gestern bereits berichtet, war gegen 20.10 Uhr ein Leitungsrohr gebrochen. In der Folge stand nicht mehr genügend Wasser zur Verfügung, um alle Anlagen zu kühlen.

Ein Großeinsatz lief an. Neben der Werkfeuerwehr rückten die freiwilligen Wehren aus Burgkirchen, Burghausen, Emmerting und Mehring an. Besorgt blickte so mancher Anwohner angesichts von Sirenen und Blaulicht-Kolonnen Richtung Chemiepark. In den Online-Netzwerken schossen die Spekulationen ins Kraut, schnell war von einem Störfall die Rede.

Die Realität indes war weniger dramatisch – wenngleich doch folgenreich. Zwar bestand nach Auskunft des Chemieparks kein Risiko für Bevölkerung und Umwelt. Doch fuhr in Folge des Kühlwasser-Engpasses ein Gutteil des Werks herunter. Zu Spitzenzeiten seien bis zu 40 Prozent der Produktionsbetriebe betroffen gewesen, teilt Sprecher Tilo Rosenberger-Süß auf Anfrage mit. Ihm zufolge sind die Anlagen so konfiguriert, dass sie bei einem Kühlwasserausfall automatisch in den „sicheren Betriebszustand“ gehen, sprich, sie fahren kontrolliert in einen Ruhemodus.

Für Wassernachschub konnten erst die Feuerwehren sorgen. Mit Schlauchleitungen stabilisierten sie das Kühlwassersystem. Zeitgleich musste im Umfeld der Rohrbruchstelle Wasser abgepumpt werden. Vor allem mit dem großen Bedarf an Pumpenkapazitäten hing es Rosenberger-Süß zusammen, dass neben der Werkfeuerwehr vier weitere Wehren alarmiert wurden. Obendrein sei es „ein wichtiger Teil des Notfallmanagements im Chemiepark, immer auch auf unvorhergesehene, mögliche Eskalationen vorbereitet zu sein“. Meldungen, nach denen auch mit Atemschutzgeräten ausgestattete Feuerwehrkräfte zu sehen waren, erklärte der InfraServ-Sprecher gestern mit einer reinen Vorsorgemaßnahme – um im Fall eines Folgeschadens gerüstet zu sein.

Was genau zu dem Wasserschaden geführt hat, ist unterdessen offen. Vor Ort wurde über einen defekten Schieber spekuliert, seitens InfraServ aber hieß es gestern, dass zur Ursache noch „keine endgültig gesicherten Informationen“ vorlägen.

Während die externen Feuerwehren noch in der Nacht wieder abrücken konnten, war die Werkfeuerwehr auch noch den Sonntag über mit Restarbeiten beschäftigt. Mittlerweile läuft die Kühlwasser-Versorgung Rosenberger-Süß zufolge wieder in gewohntem Maß. Ein kleiner Teil der Produktionsbetriebe blieb indes auch gestern noch im Ruhemodus. Zu den finanziellen Folgen des Vorfalls gab es seitens InfraServ gestern keine Angaben.

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger

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