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Neue Heimat für alte Kesselwagen

Im Schwebeflug: einer der beiden gespendeten historischen Kesselwagen beim Verladen im Chemiepark GENDORF. Der Abtransport musste wegen der abgelaufenen Zulassung mit Hilfe eines Schwertransporters erfolgen. – Foto: CPG
Am Haken: rund 30 Tonnen wiegen die historischen Kesselwagen, die in einem Eisenbahnmuseum in Baden-Württemberg nun eine neue Heimat finden. Davor waren sie über 70 Jahre im Chemiepark GENDORF im Einsatz, zuletzt für Clariant. – Foto: CPG

Burgkirchen, 16.08.2017 – Historische Zeitzeugen der Industriegeschichte: zwei Kesselwagen, die im Chemiepark GENDORF über 70 Jahre im Einsatz waren, wurden in die Sammlung eines Eisenbahnmuseums in Baden-Württemberg überführt. 

In der Regel sind sie recht langlebig – doch auch die Kesselwagen, die im Chemiepark GENDORF zum Transport von Produkten der Standortfirmen eingesetzt werden, haben eine befristete Einsatzdauer. „Trotz regelmäßiger Wartung der Schienenfahrzeuge sind aufgrund des Alters tragende Bauteile in Mitleidenschaft gezogen. Dadurch ist die Betriebssicherheit nicht mehr gegeben“, erklärt Marcus Saunar, Leiter Bahnbetrieb von der Werklogistik des Chemieparkbetreibers InfraServ Gendorf. Bei besagten Kesselwagen waren es allerdings immerhin jeweils über 70 Einsatzjahre, zuletzt für den Glykoletherbetrieb der Clariant. Die beiden Schienenfahrzeuge Baujahr 1941 wurden kürzlich endgültig außer Betrieb genommen.

Zweiter Frühling im Museum
Auf sie wartet jedoch ein zweiter Frühling: vergangene Woche traten sie mittels Schwertransport die Reise nach Baden-Württemberg an – eine Fahrt auf Schienen war wegen der abgelaufenen Zulassung nicht möglich. In der Eisenbahnerlebniswelt in Horb am Neckar erweitern die Kesselwagen die Sammlung des Museums der Schienenverkehrsgesellschaft (SVG). Der 1994 von Eisenbahnfreund Claus-Jürgen Hauf gegründete Verein hat sich die betriebsfähige Erhaltung historischer Eisenbahnfahrzeuge zum Ziel gesetzt. „Auf die Kesselwagen sind wir durch Zufall über einen unserer Mitarbeiter gestoßen. Die Besonderheit bei den Gendorfer Wagen ist, dass sie sechsachsig gebaut sind. Davon gab es in Deutschland nur eine einzige Baureihe. Danach wurden vierachsige Wagons die Regel“, erklärt Dr. Claus-Jürgen Hauf sein Interesse an den Schienenfahrzeugen. Die SVG hat laut Aussage von Dr. Hauf mit 11 Kessel- und 50 Güterwagen die größte Sammlung dieser Art in Deutschland, die sich auf Exponate von 1910 bis 1970 erstreckt. In diesem Rahmen werden auch die Kesselwagen aus Gendorf ausgestellt werden.

Spende von Clariant
Die Freude war daher groß, als nach erfolgreicher Kontaktaufnahme mit Clariant, den bisherigen Eigentümern und einer Besichtigung vor Ort eine Übernahme der Kesselwagen vereinbart werden konnte. „Wir freuen uns, dass die Kesselwagen einen Platz als Stück gelebter Industriegeschichte im Museum der SVG gefunden haben“, sagt Clariant-Standortleiter Dr. Stephan Trautschold.

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