ChemDelta Bavaria - Titelbild

28. Januar 2017 - Passauer Neue Presse

Ohne Strom kein Wohlstand: ChemDelta Bavaria fordert sichere Versorgung und Wettbewerbsgerechtigkeit

Energiegipfel der Branchenvertreter aus dem Bayerischen Chemiedreieck mit Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Pschierer und Netzbetreiber TenneT TSO

Burghausen.
Das Bayerische Chemiedreieck mit seinen rund 20 000 Arbeitsplätzen, rund zehn Milliarden Euro Jahresumsatz allein in den Leitbetrieben und entsprechender Wertschöpfung für die Region und den gesamten Freistaat steht und fällt mit zuverlässiger Infrastruktur. Das gilt vor allem für die sichere Versorgung mit Strom. Das machten die Vertreter der Branche im jüngsten Energiegipfel mit Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer, MdL Ingrid Heckner und MdL Dr. Martin Huber sowie Lex Hartmann vom Netzbetreiber TenneT TSO deutlich.

Rund sechs Prozent des Strom-Verbrauchs in ganz Bayern entfallen auf das Chemie -dreieck, betonte Dr. Bernhard Langhammer, Geschäftsleiter InfraServ Gendorf. Und: Ein kurzer Stromausfall im vergangenen Sommer habe allein in der Burghauser Raffinerie für Schäden in Höhe von rund 20 Millionen Euro gesorgt, betonte der Geschäftsführer der OMV Deutschland GmbH, Dr. Gerhard Wagner zur Drastik.

Wie bereits am Donnerstag ausführlich berichtet sorgt sich Bayerns Wirtschaft um die sichere Versorgung mit elektrischer Energie zu wettbewerbsfähigen Preisen – vor allem mit Blick auf die Abschaltung des Kernkraftwerkes Isar 2 im nahe gelegenen Ohu, aber auch mit Blick auf Unsicherheitsfaktoren im Kontext mit der beschlossenen Energiewende und den projektierten Strom-Trassen zwischen Nord- und Süddeutschland.

So zum Beispiel geht Isar 2 Ende 2022 vom Netz (gerade rechtzeitig vor dem Jahr der übernächsten Landtagswahlen in Bayern), aber erst drei Jahre später soll die Verbindung der südbayerischen Verbraucher mit den Erzeugern von regenerativer Energie in Norddeutschland fertig sein – im Idealfall.

In der Pressekonferenz zum Energiegipfel im Akademiezentrum Raitenhaslach bekannte sich Staatssekretär Pschierer ausdrücklich zum Status des „Industriesstaats Bayern“ und zum hohen Bedarf der Industrie an Versorgungssicherheit und Wettbewerbsgerechtigkeit.
Schließlich sei die exportstarke Industrie Garant für Bayerns wirtschaftliche Stärke und Wohlstand. Zum absehbaren Bedarf einer Netzstabilisierung wird laut Pschierer an zwei Kraftwerke in Südbayern gedacht. Zu Details gebe es allerdings noch keine konkreten Angaben. Sicher scheint jedenfalls, dass die OMV in absehbarer Zukunft nicht das fertig geplante Gaskraftwerk in Haiming und auch nicht die 380-KV-Stromtrasse in Richtung Simbach bauen werde. Allerdings stehen die Projekte für Investoren offen.

Burghausen Bürgermeister Hans Steindl und Anton Steinberger, Geschäftsführer der Wirtschaftsfördergesellschaft, machten außerdem deutlich, dass die Stadt sich stets zu ihrer wirtschaftlichen Verpflichtung zu Infrastruktur bekennt. Burghausen habe sich aktiv und konstruktiv in die Genehmigungsverfahren für Freileitungen bis nach Landshut eingebracht, betonte Steindl: „ Die Wirtschaft in der Region, aber auch die davon abhängigen Menschen haben einen Anspruch auf die leistungsfähige Infrastruktur.“ Jetzt sei der Staat in der Pflicht, bei Strom, Straße und Bahn!

Quelle: Passauer Neue Presse

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