ChemDelta Bavaria - Titelbild

27. Februar 2016 - Passauer Neue Presse

ChemDelta Bavaria – die oft verkannte Wohlstandsmaschine

Flugverkehr profitiert vom Wertschöpfungsmix und umgekehrt - Initiative bekennt sich klar zum Bau der 3. Start- und Landebahn in München


Still und erfolgreich hat sich das Bayerische Chemiedreieck zu einer der erfolgreichsten und wachstumsstärksten Wirtschaftsregionen des Freistaats, wenn nicht Europas entwickelt.

Klar und unmissverständlich bekennen sich die in der Initiative ChemDelta Bavaria zusammengeschlossenen Unternehmen zur Notwendigkeit des Baus der dritten Start- und Landebahn in München. Das haben Dr. Dieter Gilles für die Wacker Chemie und Dr. Gerhard Wagner für die OMV in Burghausen sowie Dr. Bernhard Langhammer für die InfraServ Gendorf betont.

In die gleiche Kerbe schlägt Walter Vogg, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) und zugleich Geschäftsführer des Verbands der Kunststoff verarbeitenden Industrie in Bayern. Beide Verbände stehen für unmittelbar rund 100 000 Arbeitsplätze im Freistaat. Und dazu gilt die volkswirtschaftliche Faustregel, das jeder Arbeitsplatz in der chemischen Industrie zwei weitere, branchenfremde Arbeitsplätze sichert.

Die Politik hat die Wertschöpfung mit hoher Kaufkraft für die Bevölkerung wie auch die kontinuierlich gute Beschäftigungslage im Chemiedreieck stets wohlgefällig zur Kenntnis genommen, den Bedarf an Infrastruktur für die stark exportorientierte Wirtschaft jahrzehntelang geflissentlich übersehen und erst in jüngster Vergangenheit, wenngliche zögerlich, reagiert.

Allein 20 Unternehmen mit unmittelbar 20 000 Mitarbeitern und 10 Mrd. Euro Jahresumsatz bei einem Exportanteil von über 80 Prozent haben sich vor einigen Jahren erfolgreich in der Initiative ChemDelta Bavaria organisiert, um die Wirtschaftsregion zu positionieren. Nicht ohne Erfolg: Mittlerweile ist der Bauauftrag zum Lückenschluss der A 94 in Richtung Westen erteilt; wenigstens zwischen Mühldorf und Tüßling wird die Bahn zweispurig ausgebaut und mit starkem Engagement und finanziellem Einsatz der Region und ihrer Wirtschaft wurde der Bau des Güter-Kombiterminals in Burghausen ermöglicht und 2014/15 in Betrieb genommen, um Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern.

Insgesamt erwirtschaften in den rund 30 größten Unternehmen rund 50 Prozent aller Chemiebeschäftigten in Bayern rund sechs Prozent des gesamten deutschen Chemieumsatzes. In den Unternehmen des Chemiedreiecks werden heute tausende verschiedener Produkte hergestellt, darunter auch die Enteisungsmittel für Flugzeuge am Airport Franz-Josef Strauß. Jedes zweite Flugzeug, das dort startet, wird mit Kerosin der OMV betankt. Das Kerosin fügt sich dynamisch und ergänzend in den Wertschöpfungsmix aus dem verarbeiteten Erdöl für die chemische Industrie ein. Per Pipeline wird es umweltfreundlich angeliefert.

Quelle: Passauer Neue Presse

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