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25. Juli 2017 - Alt-Neuöttinger Anzeiger

„Gendorfer Geist“ noch spürbar

Seit 50 Jahren gibt es die „ehemaligen Gendorfer“ des heutigen Chemieparks GENDORF

Burgkirchen.
Mit einem ökumenischen Gottesdienst, gestaltet von Pfarrerin Andrea Klopfer und Pfarrer Michael Brunn, begann die Vereinigung der ehemaligen Mitarbeiter des Werkes Gendorf ihren Feiertag zum 50-jährigen Bestehen.

In ihrer Predigt ging Pfarrerin Andrea Klopfer auf das Halten von Feiertagen ein, dieses schöne Gebot, das mehr und mehr verloren gehe. Aus Erfahrung sei es nach einem langen Berufsleben Zeit zum Loslassen. „Manche finden vielleicht auch innere Heilung, Ruhe, Kraft daheim und auch in der Gemeinschaft, die über die Berufsjahre getragen hat und in der Zeit jetzt danach“, so Pfarrerin Andrea Klopfer. Der Gottesdienst zur Jubiläumsfeier berührte alle.

Im Gasthof Tettmann traf man sich anschließend zum gemeinsamen Mittagessen. In einer Ansprache ging Vorsitzender Franz Eckl auf die Entwicklung der „Ehemaligen“ ein. Gründungstag war der 27. April 1967 im damaligen Café „Zur Linde“ mit 27 Anwesenden als „Werksrentner der Farbwerke Hoechst-Gendorf“. Vorsitzender wurde Götz Urban. 1980 waren es schon 180 Mitglieder. Am 16. Januar 1996 übernahm Franz Eckl den Vorsitz von Josef Kölbl. Eckl steht immer noch an der Spitze der „Ehemaligen“.

Seit Bestehen des Trachtenheims hatte die Vereinigung hier ihr Versammlungslokal. Nach der Auflösung der Hoechst AG wurde durch eine außerordentliche Mitgliederversammlung die Weiterführung der „Ehemaligen“ als eigenständiger, eingetragener Verein beschlossen. Beim Finanzamt Mühldorf wurde die Gemeinnützigkeit beantragt, die unter der Maßgabe der Öffnung auch für Nicht-Werksangehörige als Mitglieder gewährt wurde. Seit dem Jahr 2010 ist der Gasthof Tettmann Vereinslokal.

Zweck des Vereins ist die „Altenhilfe und Völkerverständigung“ im Rahmen seiner Möglichkeiten. Fahrten in die Partnerstädte Wingen an der Moder, Großsanktnikolaus und Kazincbarcika, die monatliche Betreuung der Cafeteria im Seniorenheim St. Rupert, die Zusammenarbeit mit dem Eine-Welt-Laden und die Altenhilfe gehören ebenfalls zu den Aufgaben der Ehemaligen. Vorträge, Kulturfahrten und natürlich die Geselligkeit runden das Jahr ab. Die Verbindung zum Werk steht nach wie vor im Mittelpunkt. Das zeigte sich insbesondere darin, dass die ehemaligen Werkleiter Dr. Helmut Gruber und Dr. Peter Sckuhr das Jubiläum mitfeierten. In einer Bild-Präsentation zeigte Zenta Bischof einen Querschnitt der vergangenen fünf Jahrzehnte.

Bürgermeister Johann Krichenbauer meinte in seinem Grußwort, die Gründung der „Ehemaligen“ sei die logische Schlussfolgerung aus dem langen Berufsleben im Werk Gendorf gewesen. „Die Gemeinde Burgkirchen wäre sicher ohne das Werk nicht so gewachsen.“ Der Bürgermeister würdigte den vielfältigen Einsatz der „Ehemaligen“ bis hin zum Erzählcafé und meinte abschließend, der „Gendorfer Geist“ sei noch immer zu spüren. Übrigens führen die „Ehemaligen“ als Vermächtnis von Dieter Paesold den „Gendorfer Geist“ sozusagen als Logo.

Zum Abschluss der Jubiläumsfeier meinte schließlich Franz Eckl: „So lange die Ehemaligen des Werkes Gendorf aktiv sein können, werd’s uns gem und dann schau ma a moi.“

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger

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