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23. September 2017 - Alt-Neuöttinger Anzeiger

IG BCE dankt für jahrzehntelanges Vertrauen im Chemiepark GENDORF

Mitgliederehrung im Industriepark – Fachkräftemangel macht sich deutlich bemerkbar

Burgkirchen.
Knapp 150 Gäste hat Josef Redl, stellvertretender Betriebsrats-Vorsitzender der Dyneon GmbH, stellvertretend für die Betriebsräte-Arbeitsgemeinschaft des Industrieparks Gendorf zur Rentner- und Jubilar Feier der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) begrüßt. Die Auslastung der Unternehmen im Industriepark sei gut bis sehr gut und für die nächsten Jahre seien viele Investitionen geplant, berichtete Redl. Jedoch mache sich der Fachkräftemangel bereits deutlich bemerkbar. Mit den 57 neuen Auszubildenden befänden sich derzeit bereits insgesamt knapp 200 junge Nachwuchskräfte in der Ausbildung. Im kommenden Jahr werde mit 80 neuen Azubis, überwiegend Chemikanten, gerechnet.

Bei der Jubilarehrung dankte der stellvertretende IG-BCE-Bezirksleiter Gerd Hammerl für 25-, 40-, 50- und 60-jährige Mitgliedschaft. Die Ehrung von Menschen, die so lange der Gewerkschaft in allen Höhen und Tiefen treu geblieben sind, sei ein ganz besonderer Anlass.

„In einer sich stark verändernden Arbeitswelt braucht es Arbeit mit klarer Perspektive, in der der Mensch im Mittelpunkt steht“, forderte er von den zukünftigen politischen Interessenvertretern. Industrie 4.0 und Digitalisierung bedeuteten einen Wandel der Arbeit. Dabei gehe es unter anderem um neue flexible Arbeitszeitmodelle, die aber auch die Bedürfnisse der Beschäftigten abbilden müssten. Insbesondere durch zunehmende mobile Arbeit oder Home-Office sei es wichtig, Arbeitszeit und Freizeit besser abgrenzen zu können, um eine angemessene Erholungszeit sicherzustellen. Es müsse auch ein Recht auf Nicht-Erreichbarkeit geben. „Arbeit mit Perspektive bedeutet auch Sicherheit“, so Hammerl, der damit auch auf den Fachkräftemangel einging. Es passe nicht in diese Zeit, einem Mitarbeiter, auf den man ohnehin nicht verzichten könne, immer wieder zeitlich zu befristen.

Auch dürfe es nicht sein, dass nach einem langen Arbeitsleben Menschen ins Bodenlose fallen können. Für eine gute Rente sei eine gute und sichere Arbeit das beste Vorsorgeinstrument. So sei es erforderlich, kontinuierliche sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse sowie die betriebliche Altersvorsorge deutlich zu stärken.

Aber nicht nur Gewerkschaften wollen die Veränderungen gestalten. Hammerl kritisierte auch die Angriffe von Unternehmensverbänden auf das Arbeitszeitgesetz und die betriebliche Mitbestimmung scharf. Es könne nicht angehen, dass die bevorstehenden Veränderungen Begriffe wie „Industrie 4.0“ oder „Arbeit 4.0“ hervorbringen und es dann aber bei einer Mitbestimmung Version 1.0 bleibe.

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger

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