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19. August 2017 - Passauer Neu Presse

Powerpaket fürs Kraftwerk des Chemieparks Gendorf

Mit Inbetriebnahme der Dampfturbine ist die Modernisierung abgeschlossen – Logistische Herausforderung – 35 Millionen Euro investiert

Burgkirchen.
Es ist geschafft: Nach dem Austausch der Gasturbine und der Inbetriebnahme der neu gebauten Messwarte stehen nun auch die Anschlussarbeiten rund um die ebenfalls ausgewechselte Dampfturbine vor dem Abschluss. Damit geht eines der größten Investitionsprojekte der InfraServ Gendorf erfolgreich zu Ende (wir berichteten).

Sie hat mit Getriebe und Generator ein Gewicht von ca. 72 Tonnen, einen Dampfdurchsatz von 120 Tonnen in der Stunde und eine Wirkleistung von 15,4 MW – die neue Dampfturbine im Kraftwerk des Chemieparks Gendorf ist ein Powerpaket.

Keine Kompromisse beider Zuverlässigkeit

Nach dem erfolgten Anschluss an das Hochdruckdampfrohrleitungsnetz, das ebenfalls modernisiert wurde, ist die Verbindung zwischen Dampfturbine und Abhitzekessel wieder hergestellt. Damit kann die KWK-Anlage (Kraft-Wärme-Kopplung) des Kraftwerks, die aus Gasturbine, Abhitzekessel und insgesamt zwei Dampfturbinen sowie einem weiteren Kessel besteht, den regulären Betrieb wieder aufnehmen.

In Bezug auf Technik, Kosten und Termin galten strenge Vorgaben, denn in puncto Versorgungszuverlässigkeit für die Standortkunden waren keine Kompromisse möglich. „Der Betrieb musste stets aufrechterhalten werden. Wir durften keine Einschränkungen bei der Produktion unserer Kunden zulassen“, betont Karsten Groß, Leiter der Ver- und Entsorgung bei InfraServ Gendorf.

Dabei war bei der Planung und dem Anschluss der neuen Dampfturbine an das bestehende Rohrleitungsnetz das Bauen im Bestand eine zentrale Herausforderung, da die vorhandenen Gegebenheiten bei der Integration berücksichtigt werden mussten: „Um das komplette Gebäude inklusive Prozessanlagen genauestens zu erfassen, wurde mittels lasergestütztem 3D-Verfahren ein virtuelles 360-Grad-Modell vom kompletten Kraftwerk erstellt“, erläutert Dr. Robert Eckl, der als Projektleiter des ISG-Engineering die Planungen betreut hat. So konnten sämtliche vorhandenen Anlagen- und Gebäudeteile detailgetreu abgebildet werden. Bei der Umsetzung stimmten sich dann Engineering, Bauprojektmanagement, InfraServ Gendorf Technik und die Ver- und Entsorgung als Kraftwerkbetreiber anhand dieses Modells detailliert miteinander ab.

Die Dampfturbine an ihren Platz im Kraftwerk zu bringen, war für sich eine technische und logistische Meisterleistung. Die Trägerdecke der Halle musste dafür temporär verstärkt werden. An ihrem endgültigen Platz steht die Maschine auf einem Turbinentisch, der von seiner Umgebung entkoppelt ist, damit sich die Schwingungen der Turbine nicht auf die Statik des Gebäudes übertragen, wie ISG-Kraftwerkleiter Albert Schauer erklärt: „Auch dies ist den baulichen Gegebenheiten in unserem Kraftwerkgebäude geschuldet, das noch aus den Anfängen des Chemieparks stammt.“ Ebenso wichtig wie die Montage ist die Anlagensicherheit: Die Rohre müssen enormem Druck und Temperatur standhalten und haben daher eine Wanddicke von 20 mm. Zum Vergleich: Im normalen Anlagenbau in der Chemieindustrie werden in der Regel Rohre mit durchschnittlich 6 mm eingesetzt. Dementsprechend groß ist der Sicherheitsaspekt im Kraftwerk. Alle verbauten Rohre, die mittels eines aufwändigen Schweißverfahrens verbunden wurden, wurden vor Inbetriebnahme dreifach mit unterschiedlichen Verfahren geprüft, um maximale Sicherheit und Qualität zu gewährleisten.

Festakt erst im Oktober
Mit der Inbetriebnahme der Dampfturbine kann die Modernisierung des Kraftwerks nun abgeschlossen werden. Der Chemieparkbetreiber InfraServ Gendorf hat dieses Meilensteinprojekt mit einem Investitionsvolumen von über 35 Millionen Euro erfolgreich gestemmt. „Damit ist die Versorgung mit Energie und Medien unserer Kunden am Standort auch zukünftig sicher, hochverfügbar und effizient gewährleistet“, so Karsten Groß. Im Oktober wird ein Festakt in der Turbinenhalle stattfinden.

Quelle: Passauer Neue Presse

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