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18. März 2017 - Alt-Neuöttinger Anzeiger

Kommt Gendorf mit ins Hochschulboot?

Campus Burghausen will Nutzung der BIT-Labore anstelle eines 20-Millionen-Eigenbaus prüfen

Burghausen/Burgkirchen.
Aus dem Campus Burghausen könnte künftig indirekt ein Campus Burghausen-Burgkirchen werden. Statt wie bislang geplant 20 Millionen Euro in den Neubau von Laboren zu investieren, steht ein Vorschlag des Chemieparks im Raum, die bestehende Einrichtung der werkeigenen Bildungsakademie Inn-Salzach (BIT) zu nutzen. Im April oder Mai könnte dahingehend eine Entscheidung fallen.

Spekuliert worden war dazu schon länger. Jetzt aber wird das Alternativmodell zum Neubau konkreter. Demzufolge könnten die Gendorfer BIT-Labore im Zuge eines geplanten Millionenbaus auch auf die Anforderungen des Burghauser Hochschulablegers hin fit gemacht werden. Für die Bildungsakademie hätte eine Kooperation den Vorteil, dass ihre Labore stärker ausgelastet sind und sie Mietgelder generiert. Die Campus-Betreiber wiederum, also Landkreis und Stadt Burghausen, würden sich den bislang auf 20 Millionen Euro geplanten Neubau eines Laborblocks sparen. Bürgermeister Hans Steindl spricht in diesem Zusammenhang von einer wirtschaftlicheren Variante. Auch Anton Steinberger, Geschäftsführer der Wirtschaftsbeteiligungsgesellschaft Burghausen, betont diese Komponente. „Wir wollen natürlich nur so viel investieren, wie auch notwendig ist“, sagt er.

Vom Tisch ist der anfangs geplante Eigenbau damit allerdings noch nicht. Entscheidende Grundlage soll eine Münchner Spezialfirma bringen, die sich mit Hochschulplanungen beschäftigt. Die „rheform GmbH“ soll bis Ende April eine Raumplanung erstellen, welche die Entwicklung der Studentenzahlen in den nächsten Jahren berücksichtigt. Aufgrund dieser Analyse soll dann entschieden werden, was wo gebaut wird, erklärt Anton Steinberger.

Er geht, „konservativ gerechnet“, wie er sagt, davon aus, dass zu den aktuell 100 Studenten zum Herbst hin weitere hundert kommen – „wahrscheinlich eher mehr“. Nochmal ein Jahr später wären es der Rechnung nach insgesamt 300 Studenten und damit so viele, wie es laut anfänglichen Plänen erst fünf Jahre nach dem Start hätten sein sollen. Dazu kommen zusätzliche Studenten infolge neuer Studiengänge (siehe dazu Bericht auf Seite 8), so dass Steinberger davon ausgeht, dass der Campus im Jahr 2021 etwa 700 Studenten zählen wird.

Sie mit allem zu versorgen, was von einer Hochschuleinrichtung erwartet wird, bedingt nicht nur im Laborbereich neue Investitionen. Auch bei den Lehrräumen muss Steinberger zufolge wohl ausgebaut werden. Zu den beiden aktuell genutzten Gebäuden – früheres COC-Gebäude und einstige VR-Bank – kommt wie geplant ein Nebenbau an der Marktler Straße. Zudem soll das Diskontgeschäft im Erdgeschoss des Hauptgebäudes ausgelagert werden.

Intern bringt der Ausbau mit sich, dass im Erdgeschoss des früheren Bankgebäudes ein Campusclub entstehen soll. Keine Mensa, sondern ein Aufenthaltsbereich, an dem Studenten auch bis Mitternacht verweilen können und der mit Kultur- und Lifestyle-Angeboten bereichert wird. Ins Obergeschoss könnte die bis dato an der Marktler Straße untergebrachte Campus-Verwaltung einziehen. Zu den Laboren – sofern die Gendorfer Räume genutzt werden – ginge es wohl per Shuttlebus.

Im Chemiepark selbst hält man sich noch zurück mit einer Bewertung. „Im Zuge des Neubaus unseres Lehrtechnikums sind Kapazitäten für die Burghauser Hochschule durchaus grundsätzlich vorstellbar“, teil Sprecher Tilo Rosenberger-Süß auf Anfrage mit. Näheres dürfte kommenden Montag zu erwarten sein. Dann nämlich will der Chemiepark Details zum neuen Labortrakt vorstellen.

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger

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