ChemDelta Bavaria - Titelbild

13. Juli 2017 - Burghauser Anzeiger

Initiative ChemDelta – Erfolgsgeschichte seit zehn Jahren

Im Visier: Weiteres Synergie-Potenzial für Innovationen und für die Wettbewerbsfähigkeit der Standorte zu nutzen – Infrastruktur bleibt im Fokus

Burghausen.
In kleinem, aber erlesenen Kreis aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik feierte die Initiative ChemDelta Bavaria im Studienzentrum der TU München im ehemaligen Kloster Raitenhaslach ihren zehnten Geburtstag. Dreißig Unternehmen sprechen in dieser Initiative gemeinsam für zehn Standorte mit unmittelbar über 25 000 Arbeitsplätzen und einen Gesamtumsatz von über zehn Milliarden Euro. Weitere 50 000 Arbeitsplätze hängen von den Arbeitsplätzen in der chemischen Industrie ab.

Ziel der Initiative ist es seit der Gründung, die Region des Bayerischen Chemiedreiecks voranzubringen, Gehör zu finden bei Politik und Behörden, Standorte zu sichern und weiterzuentwickeln und die Region mit Blick auf die Infrastruktur nicht nur im weltweiten Wettbewerb konkurrenzfähig zu halten, sondern auch, neue Herausforderungen zu meistern.

Die Bilanz der ersten zehn Jahre kann sich sehen lassen: Die „Ethylenpipeline Süd“ (EPS) als unsichtbare, aber hocheffiziente und wirtschaftlich lebenswichtige Infrastruktur ist seit fünf Jahren in Betrieb, der Lückenschluss der A 94 in Richtung München auf gutem Weg, das Ausbauprojekt der Bahn „ABS 38“ an erster Stelle in Bayern im Bundesverkehrswegeplan, ein KombiTerminal in Burghausen in Betrieb, die TU München mit einem internationalem Studienzentrum für 25 Jahre in der Region verankert. Das sind nur einige Aspekte und erreichte Zielmarken, die Dr. Bernhard Langhammer in seiner Rückschau nannte.

Die Initiative ChemDelta Bavaria hat die Interessen der Region stets gebündelt und auf allen Ebenen der Politik präsentiert − von den Kreisen über das Land bis hin zu Berlin und Brüssel sowie auf Parteitagen von CSU und SPD.

Mit Blick auf die Herausforderungen der Zukunft sehen die Protagonisten aus Forschung und Industrie im ChemDelta Bavaria hervorragendes Potenzial, weitere Synergien aus einer guten Kooperation zu nutzen. „Wir bestehen auf einem der härtesten Weltmärkte, auf dem Markt für Solarsilicium, weil wir in Burghausen in einem hervorragendem Verbund arbeiten“, illustrierte Dr. Fridolin Stary die Chancen der Kooperation. Auch aus der rechtzeitigen Information und Einbindung der Industrie in die Fortschreibung der Gesetzgebung lasse sich Forschungspotenzial schöpfen und im Interesse eines nachhaltigen Fortschritts nutzen, erklärten Dr. Martin Vollmer (Clariant) und Dr. Anton Steiner vom bayerischen Kultusministerium auf die Frage, ob nicht die Gesetzgebung das Streben nach Infrastruktur und Innovationen zu oft und zu sehr einenge.

Im interdisziplinären Gespräch, im Kontakt unterschiedlicher Forschungsansätze und Fakultäten, aber auch auf den unterschiedlichen Ebenen der Wissenschaft, von Studierenden bis zu international renommierten Professoren sieht Prof. Dr. Wolfgang Herrmann, Präsident der TU München, den fruchtbarsten Ansatz, um Antworten auf Herausforderungen der Zukunft zu finden.

Professoren und Studierende erfüllen überdies das Studienzentrum in Raitenhaslach seit Jahren mit Leben, tagten hier bereits während der Umbauphase und treffen sich seither zum internationalen und interdisziplinären Gedankenaustausch – ganz in der Wissenschaftstradition der ehemaligen Hausherren, der Zisterzienser. Für Prof. Herrmann ist das akademische Leben in Raitenhaslach zugleich ein Bekenntnis zur Tradition und Verwurzelung in Bayern und ein repräsentatives Aushängeschild der TUM, das mittlerweile wie die Universität selbst weltweites Ansehen genießt.

Ausdrücklich begrüßt der TUM-Präsident auch die Gründung des Campus Burghausen als Teil der Hochschule für angewandte Wissenschaften. Gleichzeitig betont er jedoch, dass man beide Institutionen, Universität und Hochschule für angewandte Wissenschaften, für sich betrachten und nicht verwischen sollte, zumal sie, und das mit Recht, unterschiedliche Ansätze verfolgen. Begabten und motivierten Absolventen der Hochschulen für angewandte Wissenschaften steht gleichwohl der Weg zur Promotion an der TU München offen.

Als Anliegen gibt der Chef der TU München den Studierenden, aber auch den Verantwortlichen der Bildungspolitik mit auf den Weg, die jungen Menschen allerdings nicht damit zu verwöhnen, dass sie alle Weiterbildungsmöglichkeiten quasi vor der Haustüre finden. Er ermutigte sie, dennoch den Sprung in die Fremde, auch ins Ausland zu wagen, um dort wichtige Erfahrungen zu sammeln, und fügte hinzu, „dann erkennen sie zugleich, wie schön es eigentlich bei uns daheim in Bayern ist.“

Quelle: Passauer Neue Presse

Originaldarstellung des Artikels


zur Übersicht