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11. Mai 2017 - Passauer Neue Presse

258,0 Mio. Euro im 1. Quartal: Siltronic AG wächst in gutem Marktumfeld

Für das Gesamtjahr wird ein Umsatz von über einer Milliarde Euro erwartet - Über 99 Prozent Zustimmung in der Hauptversammlung

München/Burghausen.
Kurz und eindeutig verlief die Hauptversammlung der Siltronic AG am Dienstag im Haus der Bayerischen Wirtschaft in München. Die Aktionäre freuten sich über die hervorragende Kursentwicklung der Aktie, die in den vergangenen zwölf Monaten ihren Wert an der Börse auf über 70 Euro beinahe verfünffacht hat. Sie fragten aber doch kritisch, wann es denn eine Dividende gebe und ob sie mit dem Halten der Aktien etwas falsch gemacht hätten, wenn allseits so herausgestellt werde, wie richtig es war, dass sich der ursprüngliche Mutter-Konzern WACKER im März bei gutem Marktumfeld von einem satten Aktienpaket getrennt habe.

Die Kürze zeigte sich nicht nur in der Rednerliste mit vier Wortmeldungen, sondern auch in der Sachlichkeit der Fragen. Anders als in den jüngsten Hauptversammlungen der Wacker Chemie AG behelligte kein Aktionär den Vorstand zum Amusement der Versammlung mit Rechenaufgaben.

Die Eindeutigkeit in der Hauptversammlung der Sil-tronic AG zeigte sich in den Abstimmungsergebnissen: Vorstand und Aufsichtsrat wurden jeweils mit deutlich über 99 Prozent entlastet. Präsent waren deutlich über 73 Prozent der 30 Millionen stimmberechtigten Aktien.

Wie bereits berichtet hatte die Siltronic AG im vergangenen Jahr einen Umsatz von 933,4 Millionen Euro erzielt und damit das Vorjahresniveau (931,3 Mio Euro) übertroffen. Als Ergebnis je Aktie weist die Siltronic AG im vergangenen Jahr 0,40 Euro nach -0,50 Euro im Vorjahr aus.

Den positiven Trend führt Vorstandsvorsitzender Dr. Christoph von Plotho nicht nur auf ein günstiges Marktumfeld, sondern auch auf Effizienzsteigerung und deutliche Einsparungen im Unternehmen zurück. Die Nachfrage nach Hochleistungswafern wird vor allem durch die hohen Ansprüche in der gesamten IT-Welt, im Ausbau der Vernetzung, aber auch in der Automobilbranche und vor allem im gesamten Trend der „Industrie 4.0“ getrieben. Waren die zurückliegenden Jahre vor allem durch Überkapazitäten im Produktionsbereich bei den Wafern geprägt, so habe sich das Verhältnis in der jüngsten Vergangenheit deutlich gedreht, erklärte Dr. Christoph von Plotho, Vorstandsvorsitzender der Siltronic AG. Die Nachfrage habe die Kapazität erreicht und könne durch moderate Anpassung der Kapazitäten befriedigt werden, ohne dass grundsätzlich ein neues Werk in großer Dimension gebaut werden müsste.

Vor diesem Hintergrund und keiner sich abzeichnenden weiteren Konsolidierung in der Branche gehen alle Anbieter von einem anhaltend günstigen Marktumfeld aus.

Die Siltronic AG ist zudem optimistisch in das neue Jahr gestartet. „Die WaferNachfrage übersteigt weiterhin das bestehende Angebot und wir sehen aufgrund der hohen Nachfrage sehr positive Preisentwicklungen bei 300 mm-Wafern. Die Preise für 200 mm-Wafer entwickeln sich ebenfalls positiv, jedoch nicht in dem Maße wie bei 300 mm. Die durchschnittlichen Verkaufspreise sind im ersten Quartal deutlich gestiegen“, sagt Dr. von Plotho.

Der Umsatz des Unternehmens stieg im Ersten Quartal 2017 auf 258,0 Millionen Euro. (220,6 Mio Euro im Vorjahr). Für das Gesamtjahr wird ein Umsatz von über einer Milliarde Euro erwartet. Im Laufe des Jahres werde das Unternehmen seinen Aktionären auch mitteilen, ob man an eine Ausschüttung einer Dividende im kommenden Jahr denkt, ergänzte Dr. von Plotho in der Hauptversammlung. Im Ersten Quartal 2017 lag das Ergebnis je Aktie bei 0,56 Euro.

Die Herstellungskosten je Waferfläche seien aufgrund der erfolgreichen Kostensenkungsprogramme weiter rückläufig. Im vergangenen Jahr (2016) hat die Siltronic ein Einsparungspotenzial von rund 30 Millionen Euro realisiert, im Vorjahr waren es 45 Millionen Euro.

In den Geschäftsbeziehungen zu den Kunden in den USA sieht Dr. von Plotho aufgrund der in den USA ausgegebenen Devise „America first“ für die Siltronic AG keine Probleme. So sehr die Produkte aus dem Standort in Portland in alle Welt verkauft würden, so sehr seien auch Wafer der Siltronic von außerhalb der USA in den Vereinigten Staaten nachgefragt. Dort würden jetzt und in absehbarer Zeit keine Wafer mit dem Durchmesser von 300 mm produziert, während allerdings der HighTech-Konzern Intel seine Produktion ausschließlich auf die 300 mm-Durchmesser stütze.

Falls bei Siltronic ein Ausbau der Produktion der Scheiben mit einem Durchmesser von 300 Millimetern notwendig werde, sei wohl Singapur der begünstigte Standort, erklärte Dr. von Plotho.

Wafer mit einem Durchmesser von 300 mm werden in Burghausen, Freiberg/Sachsen und in Singapur produziert; Wafer mit einem Durchmesser von 200 mm an den Standorten Portland/USA und in Singapur, Wafer früherer Generationen mit kleinerem Durchmesser als kalkulierte Auslauf-Modelle in Burghausen.
In Asien liegt zudem der Marktschwerpunkt für die Produkte der Siltronic. Dort werden rund 67 Prozent des Umsatzes erzielt, in Europa rund 19 Prozent und in den USA rund 14 Prozent.

Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt für die Technologie der Wafer bleibe allerdings in Burghausen an der Salzach. Hier sind im laufenden Jahr Investitionen in Höhe von rund 30 Millionen Euro vorgesehen. Mit Blick auf die aktuell rund 3800 Mitarbeiter weltweit, davon in Deutschland rund 2360, werde die Zahl wohl weiterhin sinken, kündigte Dr. von Plotho an – zum Teil durch natürliche Fluktuation und durch vereinbarte Transfers zur Wacker Chemie AG. In Burghausen sind derzeit rund 2000 Mitarbeiter bei der Siltronic beschäftigt.

Zur Frage nach dem Verkauf eines Pakets in Höhe von 21 Prozent an den 30 Millionen Aktien an der Siltronic durch WACKER im März dieses Jahres erklärte Dr. von Plotho, dass diese realisierte Verringerung des Engagements bei Siltronic von WACKER von anfang an als Absicht kommuniziert worden sei. Mit 30,8 Prozent der Aktien sei WACKER jedoch nach wie vor ein starker Aktionär, auf dessen Rückhalt und Partnerschaft man zähle.

Quelle: Passauer Neue Presse

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