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10. Oktober 2017 - Alt-Neuöttinger Anzeiger

AlzChem jetzt an Frankfurter Wertpapierbörse

AlzChem AG in die börsennotierte AlzChem Group AG (vormals Softmatic AG) eingebracht – Belegschaft darf Prämie erwarten

Hart.
Die AlzChem AG hat durch die Einbringung in die börsennotierte AlzChem Group AG (ehemals Softmatic AG; gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften nachstehend „AlzChem“ oder „AlzChem-Gruppe“) erfolgreich den Schritt in den Regulierten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse vollzogen. Seit gestern sind damit insgesamt 101 763 355 Aktien des Spezialchemie-Anbieters mit führender Marktposition in ausgewählten Nischenmärkten unter der Wertpapierkennnummer A0AHT4 notiert.

Zusätzlich zur Einbringung der AlzChem AG in die AlzChem Group AG fand eine Barkapitalerhöhung statt, durch die der Gesellschaft ein Bruttoemissionserlös in Höhe von rund 2,6 Millionen Euro zugeflossen ist. Durch die erfolgreiche Einbringung der AlzChem AG ist die AlzChem Group AG mit Sitz in Trostberg nun Konzernobergesellschaft der AlzChem-Gruppe. Das Unternehmen hat eine führende Marktposition in ausgewählten Nischenmärkten, darunter die Märkte für Futtermittelzusatzstoffe und Nahrungsergänzungsmittel.

Ulli Seibel, Vorstandsvorsitzender der AlzChem Group AG, erklärt: „Wir sind überzeugt, dass der Schritt an den Kapitalmarkt für eine nachhaltig positive Unternehmensentwicklung sehr hilfreich ist. Wir eröffnen uns damit eine weitere Option, um unser zukünftiges Wachstum zu finanzieren. Darüber hinaus werden wir als börsennotiertes Unternehmen auch im operativen Geschäft von der zusätzlichen Aufmerksamkeit profitieren und unsere Attraktivität am Arbeitsmarkt erhöhen.“ Als vertikal integriertes Chemieunternehmen mit 1468 Mitarbeitern produziert und vermarktet AlzChem chemische Erzeugnisse der Calciumcarbid-/Calciumcyanamid-Wertschöpfungskette (NCN-Kette) für diversifizierte Märkte. Dabei handelt es sich um Produkte mit typischer Stickstoff-Kohlenstoff-Stickstoff-Bindung, die in einer Vielzahl von Branchen wie der Feinchemie oder der Landwirtschaft Anwendung finden.

AlzChem unterhält vier Produktionsstätten in Deutschland, eine Carbid-Fabrik in Schweden, eine Vertriebstochter in den USA sowie eine chinesische Tochtergesellschaft für den Einkauf von Rohstoffen und den Vertrieb in Asien.

Das operative Geschäft der AlzChem-Gruppe lässt sich entlang der kompletten Wertschöpfungskette in drei Segmente unterteilen. Das mit mehr als 50 % Umsatzanteil größte Segment Specialty Chemicals umfasst die Herstellung und den Vertrieb hochwertiger chemischer Erzeugnisse. Das Geschäftssegment Basics & Intermediates bündelt die Erzeugung chemischer Zwischenprodukte, die auf den Ausgangsstoffen Calciumcarbid und Calciumcyanamid basieren. Diese Zwischenprodukte werden entweder direkt an Dritte verkauft oder zu Spezialchemieprodukten weiterverarbeitet. Das dritte operative Segment Other & Holding fasst sämtliche sonstige Tätigkeiten zusammen. Im Wesentlichen handelt es sich um Dienstleistungen rund um die Chemieparks Trostberg und Hart, die von AlzChem (auch für Dritte) betrieben werden.

Im ersten Halbjahr 2017 erzielte AlzChem Umsatzerlöse von ca. 182,8 Millionen Euro (Vorjahr: 173,5 Mio. EUR). Das EBITDA konnte überproportional um 14,8% auf 27,9 Mio. EUR in den ersten sechs Monaten des Jahres gesteigert werden (Vorjahr: 24,3 Mio. EUR). Finanzvorstand Andreas Niedermaier: „Wir haben uns im ersten Halbjahr operativ gut entwickelt und sehen zuversichtlich in die Zukunft. Unsere Belegschaft wird am Unternehmenserfolg durch Zahlung einer Prämie für den Börsengang in Höhe eines Monatsgehaltes beteiligt.“ Die AlzChem Group AG wird die Zahlen über die ersten neun Monate 2017 am 14. November 2017 vorlegen.

Informationen aus dem Werk Hart/Alz gab kürzlich der stellvertretender Standortleiter Josef Salzinger bei einer Veranstaltung der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) im AlzChem-Betriebsrestaurant. Salzinger gab bekannt, dass am 4. Mai dieses Jahres 38 Lehrlinge ihre Ausbildung bei AlzChem erfolgreich abgeschlossen haben. Zum 1. September konnten 39 Lehrlinge begrüßt werden. Die Neuzugänge werden in sieben verschiedenen Ausbildungsberufen, die sich in die Bereiche Naturwissenschaft, Technik und kaufmännisch aufteilen, ausgebildet. Somit sind derzeit 133 Auszubildende bei AlzChem beschäftigt und werden zu Fachkräften für die Chemieunternehmen AlzChem, BASF und ASK ausgebildet.

Zum Stromnetz der AlzChem informierte Salzinger, dass in Trostberg drei 6kV-Schaltstellen neu gebaut wurden. Derzeit wird die bestehende, sichtbare 50-kV-Freileitung durch ein 20-kV-Erdkabel ausgetauscht. Die Freileitung erstreckt sich vom Chemiepark Trostberg durch die Alzauen zum AlzChem-Standort in Schalchen. Die Bauarbeiten haben im Juli begonnen und werden voraussichtlich im ersten Quartal 2018 abgeschlossen sein.

Im Werk Hart/Alz ging im Sommer der neue Elektrofilter vor der Kompressorstation erfolgreich in Betrieb. Damit können alle störenden Bestandteile herausgefiltert werden. Sauberes Ofengas ist neben Carbid ein wichtiger Grundstoff für die in Trostberg und Schalchen hergestellten Zukunftsprodukte.

Weil Salzinger von einigen Rentnern angesprochen wurde, die sich Sorgen um die SKW machen, klärte er auf. Die AlzChem habe nichts mehr mit dem Namen SKW zu tun. Dies gelte auch für den ehemaligen Legierungsbetrieb, der heutigen ASK. „Leider hat der gute Name SKW gelitten durch die aktuellen Ereignisse bei der ausgegründeten Metallurgiesparte. Die AlzChem ist hingegen sehr erfolgreich und die Arbeitsplätze sind sicher“, so Salzinger.

Der stellvertretende Standortleiter gratulierte den Jubilaren der IG BCE.

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger

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