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10. März 2017 - Alt-Neuöttinger Anzeiger

PFOA: Kohlefilter sollen es richten

Chemiepark Gendorf einigt sich mit Anliegergemeinden auf grundsätzliche Richtung

Burgkirchen.
Die zunehmend mit PFOA belasteten Trinkwasserbrunnen im Öttinger Forst sollen mit Aktivkohlefiltern wieder auf unbedenkliche Werte gebracht werden. Wie der Chemiepark Gendorf am Donnerstag mitteilt, ist das das Ergebnis einer Gesprächsrunde von Werkverantwortlichen mit Bürgermeistern der Anliegergemeinden.

Nicht das Anzapfen tieferer Wasserschichten soll das PFOA-Problem lösen, sondern Aktivkohlefilter wie sie bereits beim Wasserzweckverband Inn-Salzach verwendet werden. Gemeinsam mit den Gemeinden Altötting, Burgkirchen, Kastl und Neuötting habe man sich jetzt auf diese Variante geeinigt, teilte Chemiepark-Sprecher Tilo Rosenberger-Süß gestern mit.

Vorangegangen war den Gesprächen eine im November vorgestellte Machbarkeitsstudie. Schon damals waren Aktivkohlefilter seitens der Kommunen als die kurzfristig am besten umsetzbare Variante favorisiert worden. In den vergangenen Monaten hat InfraServ Gendorf (ISG) als Betreiber des Chemieparks in Zusammenarbeit mit einem Fachmann detailliertere Möglichkeiten ausgearbeitet. Nächster Schritt ist laut InfraServ die Erstellung eines verbindlichen Konzepts „für die Realisierung der langfristig sicheren Trinkwasserversorgung im Öttinger Forst“.

Während die Bürgermeister von Altötting und Neuötting, Herbert Hofauer und Peter Haugeneder, laut ISG-Mitteilung auf eine gemeinsame Aktivkohlefilteranlage für die beiden Städte setzen, schließen die Kollegen aus Burgkirchen und Kastl, Johann Krichenbauer und Gottfried Mitterer auch einen neuen Brunnen als unterstützende Maßnahme zu einer Filteranlage nicht aus.

Offen ist bislang, wie viele Anlagen gebaut werden, wann sie in Betrieb gehen sollen und auch, was sie kosten werden. Seitens InfraServ ist in einer vorläufigen Schätzung von bis zu 1,5 Millionen Euro pro Anlage die Rede. Hinzu kommen die jährlichen Betriebskosten. In der Vergangenheit hatte ISG stets zugesichert, dass sämtliche Kosten vom Chemiepark übernommen werden. Das gilt auch für die Betriebskosten der bereits bestehenden Anlage des Wasserzweckverbands Inn-Salzach in Alzgern. Schließlich steht seit vergangenem Jahr fest, dass die PFOA-Belastung im Öttinger Forst auf frühere Produktionen im Werk zurückgeht.

Ging man lange Zeit davon aus, dass die Konzentrationen im Boden sinken, nachdem in der Produktion seit längerem kein PFOA mehr verwendet wird, so hat eine groß angelegte Untersuchung gezeigt, dass die Werte bis 2030 noch steigen und erst ab dem Jahr 2050 wieder sinken werden. Weil gleichzeitig die Richtwerte für den als krebserregend geltenden Stoff verschärft wurden, ist das Werk zum Handeln gezwungen.

Bei der Aktivkohlefiltration werden im Wasser gelöste organische Verunreinigungen absorbiert. Entfernt werden dabei ausschließlich organische, also kohlenstoffhaltige Stoffe. Wertvolle Mineralien bleiben im Trinkwasser enthalten. Auch auf den Geschmack haben die Kohlefilter keinen Einfluss.

An seinem Alzgerner Brunnen, wo der Wasserzweckverband Inn-Salzach aufgrund der hohen Werte bereits seit 2009 eine Filteranlage betreibt, ist Verbandsvorsitzender Georg Strasser zufrieden mit dem Ergebnis: „Bei PFOA liegen wir mit einem Wert von 0,01 Mikrogramm weit unter dem Leitwert“, wird Strasser zitiert.

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger

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