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9. Mai 2017 - Burghauser Anzeiger

Sicherheit seit 100 Jahren

Traditionelle Feierlichkeiten bei der Wacker-Werkfeuerwehr zum Jubiläum – Expertise für die Freiwilligen Wehren

Burghausen.
In dieser Hinsicht bleibt der internationale Chemiekonzern Wacker ganz traditionell, wie Landrat Erwin Schneider am Sonntagvormittag feststellte: Das 100-jährige Bestehen der Werkfeuerwehr wurde mit einem Festakt begangen mit Fahnen- und Fahrzeugweihe, so wie es hierzulande bei den Feuerwehren üblich ist. Vorstände der umliegenden Freiwilligen Feuerwehren sowie anderer Rettungsorganisationen waren ins Belegschaftshaus eingeladen worden. Stilvoll umrahmt wurde die Feier von der Wacker-Big-Band.

Landrat Schneider betonte in seinem Grußwort die Verbindung von Wehr und Landkreis, nannte sie sogar eine „Schicksalsgemeinschaft“: Wenn im Wacker-Werk etwas Schlimmes passieren würde, wäre der ganze Landkreis betroffen. Eine so professionelle Feuerwehr wie die Wacker-Wehr sei nicht nur eine Frage der Sicherheit, sondern trage auch maßgeblich zur Akzeptanz des Werks in der Bevölkerung bei, ergänzte diese Einschätzung auch Kreisbrandrat Werner Huber.

Die Professionalität lobte auch der Hausherr, Werkleiter Dr. Dieter Gilles: 78 Spezialisten tun derzeit hauptberuflich in der Werkfeuerwehr Dienst, so Gilles. Für ihn sei es ein beruhigendes Gefühl zu wissen, dass die Werkfeuerwehr im Notfall weiß, was zu tun ist. Dies hat sie ganz aktuell erst am Freitag beweisen müssen – giftiges Chlorsilan war ausgetreten, die geschulten Werkfeuerwehrmänner aber konnten diese schwierige Lage hochprofessionell meistern, wie Gilles lobte.

„Höchstleistung in Perfektion“, nannte die Arbeit der Feuerwehrleute auch Wacker-Vorstandsmitglied Auguste Willems. Er betonte auch die Rückkoppelungseffekte, die eine gute Werkfeuerwehr für das Umland habe: Nicht nur gibt es gemeinsame Übungen und Einsätze mit den Freiwilligen Feurwehren, ganze 60 Prozent der Mitglieder der Wacker-Werkfeuerwehr engagieren sich auch privat in einer Feuerwehr. Dort, so Willems, brächten die hauptberuflichen Feuerwehrmänner ihre Expertise ein. Von Auguste Willems sowie Dieter Gilles kam jeweils ein Fahnenband zum Jubiläum. Die Pfarrer Erwin Jaindl und Michael Jäger segneten Bänder und Fahne, ebenso wie einige neue Fahrzeuge. Mit dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter wiesen die Geistlichen auf die hohe Bedeutung der Nächstenliebe hin, die die Feuerwehrleute Tag für Tag leben.

Begonnen hat die Geschichte der Werkfeuerwehr 1917 als kleine Fabriksfeuerwehr. Damals hatte die Brandschutz- und Notfalleinrichtung gerade einmal eine Handspritze, eine mechanische Schiebeleiter und einen Schlauchwagen mit 300 Meter Hanfschlauch sowie 30 Handfeuerlöscher zur Verfügung. Wie sich die Wacker-Wehr bis zu ihrer jetzigen Stärke entwickelt hat, erklärte Dr. Niels Friede, Leiter Gefahrenabwehr, in einem Rückblick auf 100 Jahre Wacker Werkfeuerwehr, bevor der Festakt in den geselligen Teil solcher Traditionsfeiern überging.

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger

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