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9. März 2017 - Passauer Neue Presse

Chemiepark Gendorf bleibt auf Wachstumskurs

Transportmengen auf Rekordvolumen angewachsen – Strategien für die Zukunft – Partner für die Wirtschaft in der Region

Burgkirchen.
Der Chemiepark Gendorf und seine Standortunternehmen ziehen zuversichtlich Bilanz. In Summe sind die Unternehmen im vergangenen Jahr über dem Branchendurchschnitt gewachsen und gehen optimistisch ins neue Jahr, auch wenn die Weltkonjunktur von unsicheren Faktoren geprägt ist. Der Chemiepark Gendorf im Landkreis Altötting ist mit 30 Standortunternehmen, rund 4000 Mitarbeitern, rund 1500 unterschiedlichen Produkten und einer Fläche von 197 Hektar der größte Chemiepark in Bayern. Die Betreibergesellschaft InfraServ erwirtschaftete von den 248 Mio Euro Umsatz in 2016 rund 80 Prozent am Standort und 20 Prozent mit externen Kunden.

Beim jüngsten Nachbarschafts- und Mandatsträgergespräch am Dienstagabend – es war das 41. in der Geschichte des Standortes – stellten die Chefs der Unternehmen: Dr. Bernhard Langhammer (Standortbetreiber InfraServ Gendorf), Dr. Stefan Traut-schold (Clariant), Klaus Baier (Vinnolit), Thomas Kolbeck (3M/Dyneon) und Peter Kreißler (GTK) die jeweilige Positionierung vor. Erstmals unter den Gästen war auch Landrat Siegfried Walch aus Traunstein.

Ein Bild von der Entwicklung und industriepolitischen Bedeutung des Standorts gibt ein kurzer Rückblick auf die vergangenen 17 Jahre: In Summe seien Investitionen in Höhe von rund einer Milliarde Euro vorgenommen worden, resümierte Dr. Langhammer.

Auch im laufenden Jahr wollen die Unternehmen ihre Kapazitäten am Standort weiter ausbauen und planen, zumindest bei den größeren Gesellschaften, Neuinvestitionen in jeweils zweistelliger Millionenhöhe. Handlungsbedarf sieht Dr. Langhammer im Interesse des Chemieparks und seiner produzierenden Unternehmen im Ausbau der Infrastruktur. Die Transportmengen seien im vergangenen Jahr um zwei Prozent auf die Rekordmenge von 1,66 Millionen Tonnen gestiegen. Dr. Langhammer begrüßte deshalb die absehbare Fertigstellung der A 94 im Abschnitt Ampfing – Parsdorf sowie den zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke im Abschnitt Tüßling – Ampfing sowie den Nachdruck des weiteren Ausbaus der ABS 38 von Freilassing nach Mühldorf. Auch der Standortbetreiber investiert und baut neue Verlade- und Abstellgleise im Bereich des Chemieparks und des Bahnhofes Kastl. Um schnell auf Ansiedelungswünsche reagieren zu können, ist aktuell ein Bebaungsplan für noch unerschlossene Flächen am Standort in Arbeit. Fest projektiert ist außerdem ein Neubau des Ausbildungs-Technikums. InfraServ bildet nicht nur für die Standortunternehmen, sondern auch für Kunden aus der gesamten Region aus.

Gut auf Kurs sieht Dr. Stefan Trautschold die Clariant mit einem konsequenten Fokus auf Nachhaltigkeit und den zunehmenden Einsatz nachwachsender Rohstoffe vor allem in Anwendungsbereichen in der Industrie- und Haushaltspflege, in der Körperpflege und im Pflanzenschutz. Clariant beliefert außerdem Flughäfen und Airlines mit Enteisungsmittel, gemeinsam mit dem Flughafen München wird eine Wiederaufbereitungsanlage für Enteisungsmittel betrieben. Für das laufenden Jahr sind am Standort Gendorf in Burgkirchen Investitionen in Höhe von rund 20 Mio Euro geplant.

Beste Erfahrungen mit der ersten Upcycling-Anlage für Abfälle wertvoller Materialien  aus  Fluorpolymeren bestätigte Thomas Kolbeck von der Dyneon GmbH, einer Tochter des 3M Konzerns. Dyneon ist in Gendorf auf Hochleistungskunststoffe spezialisiert, auf ETFE- und PTFE-Folien für anspruchsvolle Bauprojekte, aber auch auf Werkstoffe für Diffusionsbarrierien in Behältern, für Dichtungen oder für Kabelisolierungen. Interessante neue Märkte sieht Thomas Kolbeck vor allem in der Batterie- und Speichertechnologie. Am Standort Gendorf sind für 2017 Investitionen in Höhe von rund 10 Mio Euro geplant.

Eine Rekordmarke in der Produktion von PVC berichtete Klaus Baier von Vinnolit für das vergangene Jahr. Seit dem Produktionsstart 1953 wurde in Gendorf die sechsmillionste Tonne PVC produziert. Das Unternehmen und den Standort sieht Klaus Baier durch die Integration in die Westlake-Gruppe und deren weitere Übernahme des Unternehmens „axiall“ für den Weltmarkt bestens aufgestellt. Vinnolit gilt in der Branche als Technologie- und Qualitätsführer bei Hochleistungs-PVC. Für das laufende Jahr sind am Standort Gendorf Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe vorgesehen.

Gut entwickelt hat sich auch eins der kleinsten Unternehmen am Standort – die GTK GmbH - Spezialist für Gummimischungen zum Einsatz in Manschetten, Spezialdichtungen oder Schwingungsdämpfern. Mit einem umfassenden Knowhow in der Kombination von Gummi mit anderen Werkstoffen, aber auch in der Auskleidung von Rohren, Lagern und Behältern mit Gummi, Hochleistungskunststoffen oder selbst Keramik sieht Geschäftsführer Peter Kreißler die GTK auch gut als Partner für Unternehmen im Anlagen- und Apparatebau, aber auch in der Instandhaltung aufgestellt.

Quelle: Passauer Neue Presse

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