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4. November 2017 - Passauer Neu Presse

Doppeljubiläum an der Nahtstelle zur Moderne

OMV feiert mit Prominenz aus Wirtschaft und Politik den erfolgreichen Raffineriestandort Burghausen

Burghausen.
Mit Stil, Charme und besten Perspektiven – so feierte am Donnerstagabend die OMV mit prominenten Gästen aus Politik und Wirtschaft den doppelten Geburtstag der Raffinerie in Burghausen. Seit 50 Jahren ist der Standort, mittlerweile eine der modernsten und leistungsfähigsten Spezialitäten-Raffinerien in ganz Europa, in Betrieb, seit 30 Jahren unter Regie der OMV (früher ÖMV).

Rund 500 Mitarbeiter beschäftigt die OMV Deutschland, aber zigtausend Arbeitsplätze hängen vom Erfolg des Unternehmens ab – in den benachbarten Chemiebetrieben, in Tankstellen in Deutschland und Österreich und bis in die Cockpits der Jets am Münchner Flughafen. Seit 25 Jahren wird der Münchner Flughafen per Pipeline aus Burghausen mit Turbinentreibstoff versorgt.

„Der Bau der Raffinerie in Burghausen steht nicht nur an einer Nahtstelle der bayerischen Industriepolitik auf dem Weg in die Moderne“, betonte Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, sondern auch für Bayerns Stärke als moderner Industriestaat und den dadurch erwirtschafteten Wohlstand. Unter ihre Vorgänger Otto Schedl hatte Bayern anfang der 60er Jahre die Weichen für das Erdölzeitalter im Freistaat gestellt. Die Raffinerie in Burghausen versorgt seither vor allem das Bayerische Chemiedreieck mit Olefinen, also Zwischenprodukten auf Erdöl-Basis.

Zunächst von der amerikanischen Gesellschaft Marathon gebaut und 20 Jahre lang betrieben übernahm 1987 die damalige ÖMV, heute OMV den Standort. OMV Downstream* -Vorstand Manfred Leitner erinnerte an die Hintergründe. Durch eine Intervention der USA in Libyen war amerikanischen Unternehmen der Zugang zu libyschen Ölquellen gesperrt worden, aber die Raffinerie in Burghausen war auf das hochwertige und schwefelarme Öl aus Libyen ausgerichtet.

Die OMV, ebenfalls in Lybien engagiert, investierte seit der Übernahme kräftig in den Ausbau und in die Ausrichtung auf hochwertige Spezialprodukte. Allein in den zurückliegenden zehn Jahren sind über eine Milliarde Euro in neue Anlagen der OMV in Burghausen geflossen.

Diesen Kurs wolle man am Standort, auch im Vertrauen und mit Dank an die leistungsstarken Mitarbeiter, beibehalten, erklärten OMV Generaldirektor Dr. Rainer Seele und Manfred Leitner, im Vorstand zuständig für das Raffineriegeschäft. Eine neue Investition sei im Projekt gereift und könne innerhalb weniger Wochen realisiert werden. Die OMV beobachte zwar aufmerksam die Trends zu Elektromobilität im Verkehr, glaube aber an den Bestand der Verbrennungstechnologie noch für etliche Jahre.

Mit Blick auf die aktuellen Trends konzentriert sich allerdings die Raffinerie in Burghausen kontinuierlich auf hochwertige Spezialprodukte. So werde wohl auch in Zukunft energiereicher Turbinentreibstoff für Flugzeuge nachgefragt und auch für Elektromobile werde man Bitumen für den Straßenbelag brauchen.

In Abstimmung mit den Trends in der chemischen Industrie baue man außerdem die Entwicklung und Produktion benötigter Vor- und Zwischenprodukte auf Erdölbasis, wie zum Beispiel Ethylen und Propylen, aber auch Buthadien, aus. Gutes Potenzial in der Wertschöpfung sehen die Vorstandsmitglieder der OMV aus Wien auch im Verbund und Produktaustausch der Burghauser Raffinerie mit den Anlagen in Schwechat bei Wien.

Burghausens Bürgermeister freute Hans Steindl sich in seiner Geburtstagsadresse nicht nur über die Steuerleistung des Unternehmens, sondern auch über das Engagement der OMV in der Standortsicherung, -entwicklung und vorausblickender Energiepolitik. Die OMV hatte vor rund zehn Jahren ein modernes Gaskraftwerk und neue Leitungstrassen bis zur Genehmigungsreife und damit Baureife geplant. Geänderte Rahmenbedingungen in der Energiepolitik hatten den Planungsaufwand allerdings zwischenzeitlich obsolet werden lassen. „Da hat die OMV bei der Politik noch was gut“, legte Hans Steindl der bayerischen Wirtschaftsministerin und den Abgeordneten ans Herz.

(Ausführlich über das gesellschaftliche Ereignis der Geburtstagsfeier berichten heute die Lokalausgaben der Heimatzeitung im Kreis Altötting. Einen umfassenden historischen Abriss zum Raffineriestandort Burghaussen brachte Heimatwirtschaft am 26. Januar 2017.)

* Downstream bezeichnet in der Öl- und Gasindustrie alle Aktivitäten näher am Verbraucher (z. B. das Raffinieren von Rohöl zu Petroprodukten, Verteilung usw) im Gegensatz zu Upstream, was in der Öl- und Gasindustrie für die Exploration und Produktion von Erdöl und Erdgas steht.

Quelle: Passauer Neue Presse

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