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3. Februar 2017 - Burghauser Anzeiger

Neue Richtlinie soll Stadt Burghausen sicherer machen

Wacker Chemie AG ermittelt als einer der ersten in Bayern „angemessene Abstände“

Burghausen/Haiming.
Schwere Unfälle verhindern und Folgen für die menschliche Gesundheit und die Umwelt begrenzen, das will eine neue Richtlinie, die Wacker derzeit umsetzt.

Artikel 13 der europäischen Seveso-III-Richtlinie wird gerade im deutschen Genehmigungsrecht umgesetzt und legt angemessene Abstände zu Industriebetrieben fest. Zur Ermittlung ihrer angemessenen Abstände in Burghausen und Umgebung hat Wacker den TÜV Nord beauftragt. Der fertigte ein Gutachten in Absprache mit der Stadt Burghausen, dem Landratsamt Altötting, der Regierung von Oberbayern und dem Landesamt für Umwelt an. Wacker sei, so Klaus Millrath, der Leiter Kommunikation und Information von Wacker, eines der ersten Unternehmen in Bayern, das diese Richtlinie angehe.

Ganz einfach gesagt bedeutet sie, dass ein gewisser Radius um das Werk Burghausen besonders geschützt werden muss, damit die Schäden beispielsweise bei einem Stoffaustritt so gering wie möglich bleiben. Für bestehende Gebäude in diesem Gebiet ändert sich nichts. Bei Neubauten muss dagegen genau geprüft werden, ob sie dort gebaut werden dürfen oder ob sie die Belange des Betriebs beeinträchtigen. Was wie und wo gebaut werden darf, arbeitet Wacker derzeit zusammen mit der Stadt Burghausen aus.

Das Konzept der „angemessenen Abstände“ ist nicht neu. Schon vorher gab es sogenannte „Gemengelagen“ um das Wacker-Werk in Burghausen, erklärte Millrath. In diesem Gebiet liegt beispielsweise der Wacker-Sportpark oder auch die direkt angrenzende Wohnbebauung.

Die neue Richtlinie ist mittlerweile nicht nur in Burghausen angekommen. Die Bürgermeister der Nachbargemeinden wurden ebenfalls informiert. Dabei kam heraus, dass die Gemeinde Haiming von den angemessenen Abständen kaum betroffen ist, wie in der jüngsten Gemeinderatssitzung mitgeteilt wurde. Innerhalb des schützbedürftigen Radius liegt nur eine kleine Fläche unterhalb des Wackerberges und ein Teil der Verdichterstation. Für diese hat das aber keine Auswirkungen, da für diese Anlage ein Sicherheitskonzept besteht, es also keine „schutzbedürftige Nutzung“ darstellt, informierte Bürgermeister Wolfgang Beier in der Sitzung.

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger

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