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4. November 2017 - Burghauser Anzeiger

50 Jahre Erfolgsgeschichte kann weitergehen

OMV bekennt sich zum Standort Burghausen – Rentabilität dank Ausrichtung auf Petrochemie auch in der Zukunft – Jubiläumsfest im Stadtsaal

Burghausen.
Die Erfolgsgeschichte kann auch nach 50 Jahren weitergehen. Bei der Jubiläumsfeier der Raffinerie gaben die OMV-Vorstandssprecher Rainer Seele und Manfred Leitner ein klares Bekenntnis zum Standort Burghausen. Wegen zurückgehender Nachfrage nach Kraftstoffen und Heizöl werde die Situation im Raffineriegeschäft in den kommenden Jahren insgesamt zwar schwieriger. Doch Burghausen sei durch die Ausrichtung auf die Petrochemie gut aufgestellt. Mit dem nächsten Shut Down 2021 soll deshalb auch die Produktion von Ethylen und Propylen noch einmal erhöht werden.

Vor 30 Jahren hat die österreichische OMV die vor 50 Jahren gebaute Marathon-Raffinerie übernommen. Dieses Doppeljubiläum wurde am Donnerstag gebührend im Stadtsaal gefeiert. Weil es dem Unternehmen derzeit blendend geht – der Aktienkurs hat sich in den letzten zwei Jahren nahezu verdoppelt und aus den Gewinnen zahlt OMV in diesem Jahr viele Millionen Gewerbesteuern an die Stadt – war die Stimmung bei der Feier bestens und der Rahmen großzügig, aber dennoch bodenständig. Festlich war der Saal geschmückt, herrliche Blumengestecke standen auf allen Tischen. Zur weißen Tafel reihte sich ein exzellentes Menü mit Rinderfilet, Dorade und Weinen aus dem österreichischen Weinviertel und Burgenland. Zum Dessert hatten sich die Veranstalter etwas Besonderes einfallen lassen. Es gab mehrere dreistöckige Geburtstagstorten verschiedenster Geschmacksrichtungen, zudem kleine Köstlichkeiten wie Schokomousse oder gefüllte Palatschinken. Mit Blumen dankte Gerhard Wagner, Geschäftsführer der OMV Deutschland, seiner Mitarbeiterin Brigitte Femböck, die den Abend zusammen mit den Burghauser Altstadthotels organisiert hatte.

Ehrengast war die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner. Sie wies auf die Bedeutung der Industrie in Bayern „als Quelle unseres Wohlstands“ hin und die 20 000 Arbeitsplätze der Chemie allein im Chemiedreieck. Dessen Bedeutung brachte Aigner auf die Formel: „Wenn die Chemie in Burghausen hustet, hat auch Bayern Schnupfen.“ Den Anschluss ans Erdölzeitalter mit dem Pipelinebau vor 50 Jahren nannte sie eine Schlüsselinvestition. Die Raffinerie belaste auch die Umwelt weit weniger als anfangs befürchtet: „Die Abgase machen nur ein Zehntel der ursprünglich genehmigten Menge aus.“ Was die deutsche Energieversorgung betrifft, so müssten Bezahlbarkeit und Planbarkeit obenan stehen. Zudem brauche die Industrie Versorgungssicherheit.

Einem Wunsch von Bürgermeister Hans Steindl konnte und wollte OMV-Vorstandsdirektor Rainer Seele nicht entsprechen – dass die Gewerbesteuerzahlungen an die Stadt nicht mehr einem starken Wechsel unterliegen, sondern zumindest etwas stetiger werden. Steindl hatte von erheblichen Schwankungen von null bis rund 20 Millionen gesprochen und zudem drei weitere Wünsche formuliert: 1. Beim nächsten Shut Down neue Anlagen zu bauen. 2. die Hoffnung auf einen Rückfluss von Geldern durch den Freistaat an das Unternehmen für die Planungskosten zum Kraftwerksbau. 3. ein eventuelles Joint venture mit asiatischen Firmen, die sich bei der Stadt um eine Niederlassung in Burghausen bemühen.

Rainer Seele und Vorstandsmitglied Manfred Leitner sehen eine gute Zukunft für die Raffinerie in Burghausen. Es wird zwar laut Einschätzung Leitners in der Zukunft Schließungen in Deutschland geben. Der Standort Burghausen mit seiner petrochemischen Ausrichtung werde aber profitabel bleiben. „Wir werden hier mehr Ethylen und Propylen herstellen.“ Auch die Nachfrage nach Kerosin, das hier für München produziert wird, werde steigen. „Wir werden in diese Veredelungen investieren“, sagte Rainer Seele. Die gute Situation in Burghausen ruhe auf drei Säulen, der guten Lage, den Mitarbeitern und der Unterstützung durch Politik und Stadt.

Bürgermeister Hans Steindl erzählte aus der 50-jährigen Geschichte der Raffinerie, erwähnte auch den Naphta-Austritt, der sehr transparent aufgearbeitet worden sei, sowie den Fackelbetrieb, den viele Bürger als belastend und bedrohlich empfänden.

Durch den Abend führte OMV-Geschäftsführer Dr. Gerhard Wagner. Für beste Unterhaltung sorgte die Burghauser Big Band unter Stabführung von Wolfgang Pietsch und gesanglich bereichert durch Julia Fehenberger.

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger

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