ChemDelta Bavaria - Titelbild

Infrastruktur und Verbund

Der strukturelle Wandel der Industrie ist in Deutschland und Europa die treibende Kraft für Chemie- und Industrieparks. ChemDelta Bavaria ist dabei sogar noch mehr: Als vernetzte Chemieregion mit mehreren Standorten nutzt sie die ökonomischen und ökologischen Vorteile produktionsintensiver Unternehmen durch ein leistungsfähiges Transportnetz: Pipeline, Straße und Schiene sichern die Wirtschaftkraft der Region und ermöglichen, den Erwartungen der Kunden an "just-in-time"-Lieferfristen gerecht zu werden. Immerhin passieren rund 8,5 Millionen Tonnen Güter jährlich die Tore der Chemiewerke.

Allein in den letzten Jahren investierten die angesiedelten Unternehmen über 4 Milliarden Euro in neue Produktionsanlagen und die Standortinfrastruktur. In der Folge werden auch die Produktionskapazitäten zunehmen und die Menge der hergestellten Güter. Für die standortinterne Struktur sorgen die Unternehmen selbst. Die Straßen- und Eisenbahnverbindungen dieser Entwicklung anzupassen und mit ihr Schritt zu halten, ist jedoch Aufgabe der Bahn und des Staates.

Angesichts des hohen Transportaufkommens über die Schiene, ist es - nicht nur aus der Perspektive der Anwohner und Nachbarn - unabdingbar, dass die Bahnverbindung ins bayerische Chemiedreieck angemessen ausgebaut wird: Dazu gehört zum einen die Elektrifizierung, die den Einsatz umweltfreundlicherer Lokomotiven ermöglicht. Zum anderen bedeutet dies vor allem aber auch den zweigleisigen Ausbau dieser Strecke, um das massiv steigende Transportvolumen bewältigen zu können. Immerhin ist dieser Streckenabschnitt auch Teil des europäischen Projekts "TEN 17" zwischen Paris und Bratislava.

Auch wenn die Industrie ihre Transporte weitgehend über die Schiene abwickelt, ist eine moderne Autobahnverbindung unabdingbar. Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze der gesamten Region hängen nicht zuletzt von einem leistungsfähigen Verkehrsnetz ab. Allein aus diesem Grund ist die rasche Fertigstellung der Autobahn A 94 München-Passau dringend erforderlich. Als wichtige Ost-West-Achse Europas wird sie anstelle der völlig überlasteten Bundesstraße B 12 endlich den nationalen und internationalen Verkehrsströmen gerecht werden. Zugleich wird dadurch eine direkte Autobahnanbindung nach Linz und Wien im Nachbarland Österreich geschaffen. Ebenso wichtig ist auch eine Autobahnverbindung in Nord-Süd-Richtung.

Ein zukunftsfähiges Verkehrsnetz ist wesentliche Voraussetzung zur Standortsicherung für die Industrie - und die Menschen in der Region.

Durch verantwortungsvollen Umgang und Energierecycling hat sich der Energieverbrauch der Industrie bereits spürbar verringert. Dennoch liegt der Energieverbrauch der angesiedelten Unternehmen in der Größenordnung einer Millionenstadt wie München. Preiswerte Energie ist für die Industrie im ChemDelta Bavaria daher ebenso notwendig wie eine effiziente Verkehrsanbindung. Elektrischer Strom aus eigenen Wasserkraftwerken steht für einige Unternehmen umweltfreundlich und kostengünstig zur Verfügung. Darüber hinaus nutzen die Chemiewerke die selbstproduzierte Energie aus modernsten Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerken, die nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung arbeiten.

Rohöl gelangt als Rohstoff für die Produktionsanlagen des petrochemischen Werkes der OMV Deutschland via Triest über die Transalpine Oelleitung (TAL) und eine eigene unterirdische Rohrleitung ab Steinhöring in das Werk nach Burghausen. Mineralölprodukte werden zudem auch über eine Produktpipeline in den Raum München und zum Flughafen München geliefert.

Im Laufe des Jahres 2012 wurde zusätzlich die Ethylenleitung Süd (EPS) als Zugang zum nordwesteuropäischen Ethylenverbund eröffnet - als Drehscheibe eines gesamteuropäischen Pipelinenetzes.

Einer der wichtigsten Standortvorteile der Chemie-Unternehmen ist ihr ausgereiftes Verbundsystem. Innerhalb der Produktionsstandorte wie auch zwischen ihnen werden Stoff-, Energie- und Rohstoff-Verbundsysteme betrieben, die Menschen und Umwelt so gering wie möglich belasten:
 

  • Der Chemiepark GENDORF, OMV Deutschland, Borealis und WACKER sind über Ethylen-Pipelines und Stickstoff-Leitungen miteinander vernetzt.
  • Vinnolit GENDORF versorgt Vinnolit Burghausen mit Vinylchlorid.
  • Die Linde AG liefert Wasserstoff an OMV Deutschland, Borealis und WACKER.
  • Die AlzChem-Werke Hart, Schalchen und Trostberg betreiben ein Kohlenmonoxid-Verbundsystem.
  • Innerhalb des Standortes Burghausen werden von WACKER Abgasströme von Produktionsbetrieben zusammengeführt und thermisch verwertet, um Energie und Chlorwasserstoff – ein wichtiger Rohstoff für die Herstellung von Siliconen und Reinstsilicium – zurück zu gewinnen. Die Abwärme von Produktionsbetrieben dient dabei der Erzeugung von Dampf, der in anderen Betrieben zu Destillationszwecken oder zur Trocknung von Produkten benötigt wird.

Der Betrieb dieser Verbundsysteme ermöglicht eine optimale Nutzung von Rohstoffen und Energieträgern. Auf diese Weise spart er Ressourcen und vermindert Emissionen in die Umwelt – als gesamtwirtschaftlich optimierter Ökopark.

Die Vernetzung der Chemieunternehmen von ChemDelta Bavaria geht sogar noch einen Schritt weiter. Sie leben auch im engen Verbund mit den Menschen der gesamten Region, wie viele Beispiele zeigen:

Darüber hinaus sind die Werke in das gesellschaftliche Leben der Region integriert; als Sponsoren für Kultur, Sport und soziale Einrichtungen nehmen sie ihre Verantwortung wahr und tragen auch auf diesem Weg dazu bei, die Lebensqualität zu erhalten und zu verbessern.

Produktströme in der Region

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Ethylen-Pipeline Süd

Transalpine Oelleitung (TAL)